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Das Märchen der perfekte Mutter

aufstehen, lächeln, Frühstück machen, putzen, Kinder bespaßen, wischen, backen, Wunden versorgen, Hausaufgaben Hilfe, lächeln, das Tier versorgen, Wohnzimmer umgestalten, kochen, Buch vorlesen, aufräumen, Elternabende, zum 10x kontrollieren ob die Zähne wirklich geputzt sind, Fliesen für das neue Bad aussuchen, lächeln, noch mehr kochen, Streit schlichten, Küche aufräumen, lächeln.

Licht aus.

Kennst du, oder?

Das Leben einer Mutter.

Ja, ich liebe es Mutter zu sein, du auch oder?

Aber manchmal …

muss man ausbrechen.

Will man laut los schreien.

„Woooooooo bleib ich?!“

Das reine Mutter-da-sein würde mich echt irre machen.

Sorry #isso

Ich hab es mal versucht.

Die perfeeeeeeeeekte Mütter

Tanzend und singend das Haus gesäubert,

täglich gewischt und mindestens einmal die Woche die Fenster geputzt.

An meinem Kind (damals noch nur eins) hast du nie, wirklich NIE auch nur einen Fleck gefunden, wie denn auch, ich bin ständig mit nem Feuchtuch hinterher gerannt.

Morgens gefrühstückt wie in der NussNougat Werbung,

mittags gekocht wie bei Mag*ie,

Abends natürlich auch noch mal den Festbraten rausgeholt.

Jeden verdammten Tag.

Ich wusste IMMER auf welchen altersgerechten Stand mein Kind sein musste, und es wurde spielend gefördert, bis es klappte, wenn es denn nicht sofort alles konnte.

Konnte ja nicht sein, das Nachbars Kind schlauer, besser oder süßer war als meins.

Natürlich war ich auch vorzeige-Ehefrau und der Traum jeder Schwiegermutter.

Fassen wir zusammen:

Haushalt perfekt

Kind gestrigelt und geschniegelt

Worlds best Eheweib

Ich? Ja… wo war ICH?

Mich gab es in der Zeit nicht.

Und so beschloss ich … oder eher die Umstände …

„Bis hier und nicht weiter!“.

Ich bin ausgebrochen …

aus der perfekten Welt,

aus dem perfekten Leben.

Wo mehr Schein als Sein regiert.

Keine ECHTEN Menschen zu finden sind.

Und Freundschaft als „jeder ist sich selbst der nächste“ definiert wird.

Nein.

Da hatte ich keinen Bock mehr drauf.

Jahrelang habe ich diese Spielchen mit gespielt.

Und nichts erreicht.

Im Gegenteil.

Es hat mich zerrissen.

Ich hatte mich so sehr an meine Tochter geklammert,

weil sie das einzige echte in meinem Leben war,

dass es schon nicht mehr gesund war.

Wir sind gegangen.

Zwar nicht weit weg, aber weg.

WIR haben angefangen zu leben.

Zu zweit.

Intensiv.

Echt.

Und dann kam das Glück.

Das echte Glück.

Mit einem Mann, der mich so liebte wie ich, ähm wir sind.

Ohne wenn und aber.

Ohne stundenlange Diskussionen bevor die Schwiegermutter kommt, und rechts hinten unterm Sofa noch dieser Scheiß Krümel liegt, an dem man auf Teufel komm raus nicht ran kommt, aber Schwiegermutter den auf jeden Fall sieht, und DER ist dann Beweiß genug,  das ihr Sohn in einer Drecksbude lebt!

Kennst du auch solche Frauen?

Die, die alles können?

Die, die nicht nur im Kiga und in der Schule Vorstand sind, nein, die organisieren auch die kompletten Feiern dieser Einrichtungen. Neben den freiwilligen Kursen die sie geben, dem Sportverein, den sie leiten und die mit den selbst schon gefühlten 10 Kindern, wo aber auch immer noch die Freunde jeden Tag da sind?

Natürlich gibt es dann selbstgemachte Limo, frischen Kuchen und es werden Steine angemalt. Zwischen Klavier, Fußball und Ballett Verein.

Ähm ja.

Doch die gibt es.

Ich glaub ja, die sind mindestens gedopt, oder … noch schlimmer;

das sind gar keine Mütter,

sondern Roboter!

Ja … doch … das sind Roboter.

Weil, das kann gar keiner schaffen.

Ich habe diesen Rotz 2 Jahre mitgemacht.

2 verdammte Jahre, wo es MICH nicht gab.

Ich habe funktioniert.

Ich habe gemacht

und getan

und versucht alle zufrieden zustellen

ausser mich.

Nein, dass soll kein Jammer Post werden.

Das soll ein Aufrütteln werden.

Ein „achte auf DICH!“

Denn du bist mehr als „nur“ Mutter & Hausfrau.

Du bist du.

Weißt du noch was du damals gerne gemacht hast?

Kannst du noch abschalten?

Chiiiiiiiiiiiiiiläääääääääääääxen?

Kannst du noch *in Ruhe* für 2 Stunden im Bad verschwinden, ohne das du das Gefühl hast, gleich fragt einer:

„Schatz, ich finde meine Socken nicht!?“

„Mamaaaaaaaaa wann kooooooooooomst duuuuuuuuuuuuu?“

(und dann fragt doch KEINER)

Kannst du dich erinnern, an damals?

Nimmst du dir Zeit für DICH?

Familie ist was tolles.

Solange „sie“ dich nicht ausbeutet.

Der Witz ist ja…

es sind NICHT unsere Kinder, NICHT unser Mann, und schon gar nicht unsere Schwiegermutter die uns so unter Druck setzen,

nein,

…das sind wir selber…

Mütter, Mamas, Muttis .. seid wieder FRAU.

Lernt euch wieder kennen, lieben und schätzen.

Definiert euch nicht über eure Familie oder euren Job.

Sei du selbst.




10 comments
  1. maramarin21

    Ein sehr aufrüttelnder Post. Ich bin auch der Meinung, dass man die vermeintlich perfekten Mütter, an denen man sich immer orientiert, im Zeitablauf betrachten muss. Auf Dauer schafft das Keine! Es sei denn, sie hat eine ganze Hilfskolonne hinter sich. Man sieht immer nur einen Ausschnitt, weiss nicht, ob die Supermutter, deren Traumperformance einen gerade unter Druck setzt in zwei Jahren womöglich vor Erschöpfung in der Klinik landet. Das Wichtigste als Mutter ist, sich nicht mehr von falschen Vorbildern unter Druck setzen zu lassen.

  2. Drecksau Modus – Metterschling und Maulwurfn – Familienblog

    […] eigentlich … ist das alles auch egal. Also wenn es nicht in Messi übergeht. Denn die perfekte Hausfrau gibt es nicht. (unbedingt weiterlesen 😉 […]

  3. Judith

    Und heute immer noch so aktuell. Ja, ich habe gerne eine aufgeräumte Wohnung und alles hat seinen Platz. Und Ja, unsere Toilette ist im Regelfall benutzbar weil sie sauber ist. Aber, es gibt auch immer wieder diese Tage an denen einfach alles egal ist weil das spielen, kuscheln, in der Badewanne liegen, einen Saunagang machen oder mal shoppen gehen wichtiger sind. Am diesen Tagen gehöre ich ganz mir oder auch meiner Familie. Und gerade zur anstehenden Weihnachtszeit, lieber etwas mehr kuscheln und die gemeinsame Zeit genießen als Aufzuräumen und den Festtagsbraten vorzubereiten.

  4. Martina

    Genau diese Worte hört man eigentlich nicht erst seit heute sondern genau so ging es den Frauen in den 1950ern, worauf eine Feministinnen Bewegung in Gang kam. Mich ärgert das sehr, dass Frauen sich immer noch in diese Rolle drängen lassen und sich als Person nicht mehr wahr nehmen. Die Frauen vor 100 Jahren haben so hart für Ihre Rechte gekämpft und die Generationen danach werfen alles wieder hin um die perfekte Hausfrau zu werden. Das macht mich wütend! Dazu gibt es ein tolles Buch von Betty Friedan wen’s interessiert 🙂

  5. Daniela Heinrich

    Huhu, das kommt mir erschreckender Weise sehr bekannt vor. Ich selbst bin mit Kind erst vor kurzem raus aus diesem Trott. Ich dachte (und hoffte sehr), das ich damit eher allein bin und anderen ginge es nicht so. Doch deine Geschichte kann man so ziemlich eins zu eins auf meine packen und man würde keinen Unterschied erkennen (gut, der passende Mann fehlt mir noch) und ich habe diese Tretmühle 4 Jahre mit gemacht.

    Deshalb meinen größten Respekt, das du diesen Weg gegangen bist und ganz offen darüber berichtest 🙂

    LG Dani

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