Der größte Alptraum: Suizid – Hilfe für Jugendliche / Du bist ein Gewinn / Youth-Life-Line

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Youth-Life-Line

Du bist ein Gewinn

Die Pubertät ist für alle eine schwere Zeit, doch manche Jugendliche sind regelrecht verzweifelt – und denken sogar über Suizid nach. Um Teenager in schweren Krisen zu erreichen, setzt die Online-Beratung „Youth-Life-Line“ ganz besondere Helfer ein: andere Jugendliche.

Quelle: Du bist ein Gewinn

Suizid ist etwas, was uns alle betrifft. Vielleicht schon getroffen hat oder was uns im schlimmsten Falle noch bevorsteht. Meine Geschichte dazu, und weshalb ich die Initiative von der Fernsehlotterie „Du bist ein Gewinn“ so wichtig finde, möchte ich dir heute erzählen.

Der Suizid

Schlimmer als der Tod an sich, ist der Suizid – nicht zu wissen warum man diesen geliebten Menschen nie wieder sehen kann. Anders als bei Krankheit oder dem Unfall hat man hier keinen „schuldigen“, nichts und niemanden auf den man seine Wut lenken kann. Beim Suizid ist das anders: die Vorwürfe, die man sich macht, weil man vielleicht nicht aufmerksam genug war. Hätte man doch an diesem Tag länger bleiben sollen, obwohl man müde war? Hätte man seinem Bauchgefühl trauen müssen – oder noch schlimmer: warum hat es nicht angeschlagen? Hätte man diesem verzweifelten Mensch retten können? Hätte man sich mehr einmischen sollen, hätte man eben dieses eine Gespräch weiter führen müssen, obwohl man schon genervt war und eigene Probleme besprechen wollte? Warum hat derjenige nichts gesagt? Warum hat man nichts gemerkt? Was hat man getan, dass sich dieser Mensch dazu entschließt, sein Leben zu beenden?

Das große Warum

Das Gefühl bei Hinterbliebenen eines Suizids ist unbeschreiblich schlimm. Nicht nur die Trauer, die Wut und Hilflosigkeit, die man sowieso schon beim Verlust eines geliebten Menschen verspürt, hier kommen noch die Vorwürfe dazu – die man sich unbegründet macht.

Ich selber habe schon einige Menschen durch Selbstmord verloren. Und ich komm auch nach teils Jahrzehnten nicht damit klar.

Die Einsicht, dass das Leben so schlimm sein muss, dass viele kleine böse Worte, Taten und Erfahrungen einen dazu bringen können, nicht mehr am Leben teilhaben zu können – zu wollen, sind mir unbegreiflich, denn schließlich war man ja auch Teil davon – und nicht alles ist schlecht.

sensibilisiert

Nach so einer Erfahrung macht man sich viele Gedanken, nicht nur was man hätte machen können, sondern auch, was man in Zukunft für andere tun kann. Mich haben diese Erfahrungen geprägt, ich wurde sentimentaler und zwang mich öfter zu hinterfragen, auch wenn ich eventuell nerve 😉

Bei Freunden und Bekannten geht das vielleicht noch, aber in der eigenen Familie sieht es meist anders aus.

Schließlich hatten all die Leute, die sich das Leben genommen hatten einen Partner, und mindestens Eltern. Sie waren Erwachsen, und haben es trotzdem nicht geschafft, sich helfen zu lassen.

 

Meine Angst als Mutter

Nun bin ich seit über 13 Jahren Mutter und wir haben schon sehr viele Höhen und Tiefen durchgemacht. Ich hab meine Kinder immer mit entscheiden lassen. Wir haben ein starkes Vertrauen zu einander und ich bin so froh, dass meine Kinder mit mir über alles reden können/wollen/ möchten und es auch tun.

Aber es hätte auch ganz anders laufen können.

Die Tiefen, die wir gemeinsam erlebt haben, hätten mein großes Kind komplett zerstören können. Sie hätte sich verschließen können…. hätte depressiv werden und die Liebe zum Leben verlieren können. Und sie hätte es trotzdem so gut verstecken können, dass keiner etwas gemerkt hätte. Denn der Gedanke, sich das Leben zu nehmen, wächst von Tag zu Tag und der Wunsch wird immer größer.

Es läuft nicht immer so, wie man sich das vorstellt; depressiv und selbstbedauernd. Die Menschen, die ich verlor, waren alle normal und unauffällig, auch wenn man hinterher Anzeichen sucht, man findet sie kaum.

Wir befinden uns gerade mitten in der Pubertät, für die nächsten 16 Jahre (mindestens) – da sie sich Abklatschen^^.

Ich achte sehr auf sie, trotzdem weiß ich, dass ich irgendwann nicht mehr Bezugsperson Nummer eins sein werde – was auch völlig in Ordnung ist. Da ich aber nicht wissen kann, wann es soweit ist, rechne ich täglich damit, zumindest bei der großen 😉

 

 

Rettungsleine für Jugendliche – Youth-Life-Line

Falls der Tag kommt und sich meine größte Angst bewahrheitet, dass eines meiner Kinder mit dem Gedanken des Selbstmordes spielt, dann bin ich sehr froh, dass es Initiativen wie „Rettungsleine für Jugendliche“ gibt, die durch die Fernsehlotterie „Du bist ein Gewinn“ mitfinanziert wird.

Das ich von „Du bist ein Gewinn“ begeistert bin, hatte ich im Beitrag „Balou und Du“ ja schon einmal erzählt.

Das 400 große Team von „Rettungsleine für Jugendliche“ spricht gezielt Jugendliche bis 21 Jahre an, die Probleme und/oder Selbstmordgedanken haben. Selbst noch Jugendlich – aber professionell ausgebildet – sind und waren sie schon für sehr viele der Ansprechpartner. Der Kontakt kommt ausschließlich über den E-Mail Verkehr und ist daher sehr sicher und anonym.

Es gibt keine vorgefertigten Antworten, sondern einen „Freund“, der auch über Monate ein Ansprechpartner ist, denn es gibt Probleme, die kann man nicht „mal eben so“ lösen. Wöchentlich werden die Mails von der einen „Bezugsperson“ beantwortet, und das völlig kostenlos, denn das Projekt wird durch Spenden und der Fernsehlotterie  „Du bist ein Gewinn“ finanziert.

Kein Wunder also, dass das Projekt Youth-Life-Line 2015 den Deutschen Engagementpreis bekam.

Damals, als ich ein Problemkind war, hätte ich wohl eher mit einem Fremden gesprochen, als mit meiner Mutter.

Heute, gibt es das Internet – aber das ist auch voll von Fremden, die nicht vertrauenswürdig sind, daher bin ich sehr froh, dass ich meinen Kindern diese Initiative zeigen kann.

… Wenn mein Kind mit fremden Leuten sprechen kann, die so alt sind wie sie selber, und ich ihnen Vertrauen kann.

 

 




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