Drecksau Modus

Der Nähszenen-Burn-Out hat auch Spuren in meinem Haushalt hinterlassen.

Ich werde euch bewusst keine Komplett-Fotos zeigen.

Ich hab Schamgefühl. Ähnlich Rücken. Kennt ihr.

Dieses beschützt mich, nackt auf die Straße zu laufen, während ich mit Kopfhörern im Ohr lautstark mit singe (und ich kann NICHT singen).

Oder zu rülpsen und zu furzen, während andere essen. Oder überhaupt im Beisein anderer.

Aber auch, dass ich nicht popelnd im Bus sitze und die genüsslich ziehe, matsche und Figürchen forme, um sie dann zu verschlingen.

Dazu muss ich klarstellen, dass Frauen das sowieso nicht machen. Alles, was aus uns raus kommt ist blumig, duftend und mit Glitzer übersäht. Meine Beobachtungen habe ich von Kindern jeglicher Herkunft erlernt.

Desweiteren ist das Schamgefühl auch der Grund, warum ich die Tür nur einen Spalt aufmache, wenn es klingelt und es hier aussieht wie hingekotzt.

Es schützt mich eben auch, euch Fotos meines chaotischen Haushalts zu zeigen.

Wobei „chaotisch“ in einer Familie mit 4 Kindern, Hund und Mann neu definiert werden muss. Davon haben 3 ADHS, d. h., ich könnte auch sagen: Ich habe 10 Kinder, Hund & Mann.

Der Hund haart gefühlt das ganze Jahr von Winter-Frühling-Trotzkopf-Sommer-ichbekommdasleckerlienicht-jetzterstrecht-Herbst-Fell. Büschelweise. Vorallem liegen die aber auch in den Ecken, wo man es nicht sofort sieht. Die Büschel kriechen dann erst raus, wenn jemand zu Besuch da is.

Alle.

Gleichzeitig.

Abgesprochen mit den Staubwollbällchen.

Angriff der Killerhaare.

 

Aber wenn es denn nur das wäre. Der Hund, wenn er sich denn eines der mistdasdarfichgarnichtessenjetztmussichschnellseinundrunterschlingen Leckerlies findet und frisst, kommt es auch wieder raus, weil geschlungen. Natürlich auch nicht mitten im Flur, wo man es sofort sieht (nur nachts im Dunkeln), neeeeeeheeeeeee die macht das heimlich in der Ecke des Wohnzimmers. In der Ecke wo man nie guckt, weil die Tür dort immer offen ist (somit ist die Ecke ja versteckt und sicher), und man es erst bemerkt, wenn es komisch riecht, also bei Hundekotze nach 3 Stunden.

Natürlich passiert das auch nur, wenn Besucht kommt. Oder schon da ist. Ist ja sonst sinnfrei.metterschlingundmaulwurfn_haushalt_fun_Hausfrau (2)

Aber noch viel schlimmer ist das tägliche Chaos hier.

4 Kinder. Ähemähem…

Das ist ungefähr so, als wenn ihr durchgehend 2 Wochen nicht aufräumt. Und ich rede nicht vom Fenster putzen, wischen oder Staub vernichten.

Nein, ich rede auch von Schuhen, Gläsern Bechern (EDIT Geschirr generell), Klamotten, Spielzeug und Taschentüchern (EDIT: Müll in allen Formen, Größen & Herkunftsorten). All diese Sachen dürft ihr NICHT wegräumen. 2 Wochen lang.

So ungefähr sieht es hier nach 10 Minuten 28 aus.

Ganz zu schweigen von den Wäschebergen, die sich zu sechst frisch gewaschen im Wohnzimmer stapeln, und zu 10 t im Waschraum um Hilfe schreien.

Täglich.

Ich habe es beobachtet; es bringt rein gar nichts, alles wegzuräumen – kaum umgedreht, stehen diese 6 Körbe wieder da. Zerwühlt. Nach der Komplettexplosion im gesamten Haus. Schäbig grinsend. Ja, sie lachen mich aus. Sie wissen, sie haben mehr Macht über mich, als mir lieb ist.

Ein Grund, warum ich nähe. So wische ich den Klamotten eins aus. Wie du mir, so ich dir. Ätsch. Arrogantes Pack.

(aber schön sieht es aus)

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Aber auch das ist nicht ganz tägliches Chaos. Täglich ist eher der Tisch, der 5 Essensreste und 2 umgekippte Becher auf sich hat. Fest umklammert. Nicht gewillt, sich von  seiner Schutzschicht zu trennen. Völlig dumm eigentlich, weil er ja wissen müsste, dass er gleich neu geschützt ist. Da hilft manches mal nur die Kraft des magischen Fingernagels *kratzkratz*.

Was der Tisch nicht auffangen konnte (der Arme), weil wegen Überfüllung geschlossen, nimmt Herr Fußboden herzlich gerne auf. Der kann es nämlich überhaupt nicht ab und fühlt sich mehr als unwohl, wenn er gewischt wurde. Fast depressiv.

Da meine Kinder das wissen und extrem sensibel auf solche Opfer reagieren, helfen sie ihm und lassen nach dem ich gewischt habe IMMER ausversehen etwas fallen. Am liebsten Saft. Oder Milch. Milch ist am tollsten. Die haftet so schön. Super auch Kaubonbons. Weich gekaut versteht sich. Hinten rechts unterm Schrank.

Ungefähr das selbe Spielchen mit Fenstern. Ich muss es direkt genießen, wenn meine Fenster sauber geputzt sind. Denn auch hier gilt: Das geht so nicht. Hier leben Kinder.

Obwohl Fenster eher der Job des Hundes sind. Nasse Nase verfolgt Katze auf der anderen Straßenseite. Könnte der Titel sein.

Das sie eine Vorliebe für an-die-Tür-springen hat, hatte ich ja schon mal erwähnt KLICK.

Macht aber auch mehr Spaß, wenn es geregnet hat und der Matsch so richtig schön zwischen den Krallen klebt. Da entstehen die phantasiereichsten Kunstwerke an Glasscheiben.

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Ähnliche Kunstwerke habe ich auch schon an Schränken mit Joghurt gefunden. Gezaubert von Minihänden. 172 ungefähr. Das schafft ein Kind unmöglich allein.

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Das Schlimmste in dem Chaos ist allerdings, dass ich als Muddi mir ständig merken muss, wo was liegt. Das klappt auch solange, bis ich alles komplett aufgeräumt habe. Dann ist nämlich alles verschwunden. Und dann fängt das Gesuche an. Fazit: Aufräumen war umsonst.

Und wie immer: Es klingelt dann.

 

Ihr habt sicher auch den Typ Mann „Schaaaaaaaaaaaatz wo ist mein Handy?“, „Und die Socken?“, „Wo sind die sauberen Hosen?“, „Frag Mama, das weiß ich nicht“.

(Handy in der Hand, Socken wie immer in der Schublade, Hose ist nach dem Waschen auf der Leine – wie immer)

Lerneffekt für die Kinder: Nicht suchen – Mama fragen.

Eines der beliebtesten Dinge, die hier verschwinden, neben der Fernbedienung, sind Haarbürsten. Fragt mich nicht warum. Wir haben mindestens 6. Irgendwo zumindest. Versteckt im Haus.

Neben der 2. Socke und dem alten Joghurtbecher.

 

Wobei ich sagen muss, die Mädels sind schlimmer als meine Jungs.

Nicht nur, dass mein kleines Mädchen mindestens 27 Taschen hat (die sie alle braucht und dementsprechend eine nach der anderen in den Flur wandert), nein, da gibts noch zu jedem Outfit die passende Mütze, wobei Haarspangen und Schnickschnack noch viel schlimmer sind (vorallem wenn man drauf tritt). Übertrumpfen kann das eigentlich nur die Große mit den 68 Nagellacken (sie wollte sich nur eben die Nägel machen – sie hat es noch nie geschafft 68 Farben auf einmal drauf zu machen – aber sicher ist sicher, erst mal alle ins Wohnzimmer).

Die Jungs können das nur mit ihrem Schuhtick (den sie von den Mädels haben) und ihren Lego-Steinen toppen. Es gibt doch keinen besseren Wecker als barfuß auf solch einen Ministein zu treten oder?

 

All das, was über die Tage im Wohnzimmer gesammelt wurde, wandert irgendwann auf unsere Treppe. Zum Mit-hoch-nehmen.

Wink mit dem Zaunpfahl.

Da hab ich schon fest gestellt: Kinder sind wie Männer.

Verstehen sie nich.

Erst ab 146 Dezibel.

 

Dann klappts allerdings auch mal für 2 Tage und das Geschirr wandert wie von Geisterhand in die Spülmaschine. Selbst die dreckigen Socken landen im Wäschekorb. Und der Mülleimer bekommt endlich mal Aufmerksamkeit.

 

Aber eigentlich … ist das alles auch egal. Also wenn es nicht in Messi übergeht. Denn die perfekte Hausfrau gibt es nicht. (unbedingt weiterlesen 😉 )

 

 

 

 




 

 

 

 

5 Comments

  1. Du sprichst mir auch aus der Seele. Kann ich ein Lied von singen und man schämt sich ungemein. Und der Wink mit dem Zaunpfahl, dass schon alles auf der Treppe steht, ist bei uns auch so. Mein Mann sieht es sowieso nicht oder sieht drüber hinweg.

    🙂 lg nancy

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