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Drinnen oder draußen? Wo spielt dein Kind? Gastbeitrag vom Erfolgsautor Gerhard Spitzer

Mitlesen, mitdenken, mitschmunzeln

Trotz viel ländlicher Idylle, oder mittlerer Kleinstadt-Atmosphäre in unserem schönen Burgenland – auch bei uns gibt es immer mehr Kinder und Jugendliche, deren Freizeitprioriäten sich neuerdings eher nach „Drinnen“ als nach „Draußen“ verlegen.

 

Sollte das jedoch bei Ihnen eher nicht der Fall sein, lehnen Sie sich jetzt bitte einfach entspannt zurück und lesen, oder schmunzeln Sie „völlig unberührt“ mit! Eventuell auch beides. Kindgerechtes mitdenken allenfalls durchaus erwünscht …

 

Typisch Freizeit

Genauso wie bei Erwachsenen, gibt es natürlich auch bei Kindern viele sehr unterschiedliche Wesensarten, wenn es um ganz persönliches Freizeit-Verhalten geht.

 

Drei willkürlich ausgesuchte Standard-Freizeit-Typen „aus der Region“ (Burgenland) möchte ich deshalb vorstellen: Da wäre zuerst das bekannte und allseits beliebte „Original-burgenländische-Couch-Potatoe-Kind“, welches sich mit Vorliebe und ziemlich ausdauernd auf weichen Liegepolstern im heimischen Wohnzimmer fläzt. Motivations- und Bewegungspotential außerhalb der genannten Lokalität: gering.

 

Dann gibt es jene, deren Freizeitbeschäftigung sich hauptsächlich auf die heimische Küche spezialisiert hat. Möglichst oft zu essen und vor allem zu naschen, ist ja schließlich auch eine ganz nette Tages-Beschäftigung. Motivation zur raus-Bewegung bei dieser „zunehmenden“ Gruppe Kids: auch nicht nennenswert.

 

Freizeit-Junkie

Doch ich habe kaum Zweifel, dass die Vertreter meiner dritten Kategorie typischer Freizeit-Kids am allerwenigsten Lust auf regionale Aktivitäten verspüren, sieht man einmal von der „Kinderzimmer-Region“ ab.

Ich rede von den Hardcore-Computer-Junkies!

Wie jetzt? Sie kennen keinen solchen Typen? Ich schon …

 

Den zehnjährigen Alexander aus Mattersburg, zum Beispiel! Dessen Vater, Paul, beschwert sich beim Beratungsgespräch, dass: „… mein Sohn gar nicht mehr aus seinem Zimmer herunterkommt, weil er andauend nur mit seinem Tablet-Computer oder Smartphone spielt!“ Es sei doch wirklich nicht zu glauben, dass man die Kids heutzutage so schwer ermutigen könne, noch etwas Anderes zu tun. „Aber gut“, meint Paul am Ende seiner Anklage gegen das herrschende Kinder-Establishment noch huldvoll, „so ist halt die neue Zeit! Ohne diese Dinge geht es offenbar nicht mehr! Damit muss man halt leben!“

Wirklich, Paul? Muss man das?

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Konsumverhalten

Zeit, meinen Erziehungsberater-Modus einzuschalten und leider, wie so oft, mal wieder keine richtige Freude im Elternhaus zu verbreiten: „Ihnen gefällt es also gar nicht, dass Ihr lieber Alexander endlose Stunden mit Handy und PC verbringt? Das verstehe ich! Aber was ich noch nicht verstehe ist, wieso der Bub diesen auffällig teuren High-Tech-über-drüber-Schnickschnack überhaupt besitzt? Wann sagten Sie, hat er sein erstes Tablet-Klumpert bekommen? Mit sechs Jahren? Und wer hat das gekauft? Sie selbst? Stimmt Sie das nicht irgendwie nachdenklich?“

 

Hinter diesen – ich geb´s ja zu – mal wieder ziemlich vorwurfsvoll klingenden Sätzen liegt allerdings ein durchaus entspannender Blickwinkel für Eltern wie Paul verborgen: Wenn man alle diese Geräte selber angeschafft hat, ist es schon wieder müßig, sich darüber aufzuregen, dass der geliebte Nachwuchs, anstatt unhaltbar neugierig das heimatliche Umfeld zu durchstreifen, sich nur noch mit Technik beschäftigt.

 

Modellverhalten

Spannend finde ich auch, dass auffällig viele Eltern, denen das Computer-Verhalten ihrer Kids bereits unheimlich geworden ist, diesen tollen Gerätepark selber überaus intensiv nutzen. Nur, um sich dann mit allerlei fantasievollen Sanktionen gegen das überbordende „Computer-Junkie-Verhalten“ ihres Sprösslings zur Wehr zu setzen.

 

Uff! Das hat ja schon wieder vorwurfsvoll geklungen! Na schön, dann nehmen Sie sich doch bitte einfach den für Sie am ehesten entspannenden Anteil heraus, ja? Beispielsweise den, dass man beim eigenen Kind jedes noch so unliebsame Verhaltenmuster immer verändern kann. Es ist nie zu spät! Man sollte halt selbst gleichermaßen zur Veränderung bereit sein. Klingt doch ganz brauchbar, oder? Die Fachleute nennen so etwas übrigens ebenso wohlklingend, wie passgenau: „Modellverhalten“!

 

Motivation für die Region?

Papa Paul bringt den Kern der Sache mit seiner nächsten Frage auf den Punkt: „Wie bekämpfe ich dieses Suchtverhalten denn nun?“
Gar nicht!“, versetze ich und sorge damit sichtlich für Verblüffung. „Computer, Handy und Co stellen nämlich eher nicht das Hauptproblem dar. Hier geht es um Motivation! Ihr Sohn braucht erstmal einen – oder mehrere – wirklich gute Gründe, um motiviert genug zu sein, überhaupt aus seinem Zimmer herauszukommen!“

Während Paps mir aufmerksam zuhört, hole ich gleich zum beraterischen Rundumschlag aus: „Danach schaut es aber aus Alexanders Sicht derzeit eher nicht aus: Mama arbeitet täglich sehr lange in ihrer Kanzlei. Bruder Nico, 15, geht in Eisenstadt in die Oberstufe und hockt deswegen jetzt auch – welche Überraschung – andauernd an irgendeinem Bildschirm. Die wöchentlichen Judo-Stunden scheinen für Alexander auch nicht „das Gelbe vom Ei“ zu sein. Genauso wenig wie die verordneten Ergotherapie-Einheiten …

Also, her mit einem neuen Plan, am besten einen mit einer gehörigen Portion kindgerechtem Abenteuer-Feeling! Mein Vorschlag, passend zur Jahreszeit: „Planen Sie doch bitte ab jetzt wirklich regelmäßige Vater und Sohn Sack-und-Pack-Abenteuer, hinaus in die regionalen Wälder rund um Mattersburg. …am Besten gleich über Nacht. Verpacken Sie doch Ihr neues Outdoor-Rundum-Paket einfach spannend genug. Vielleicht sogar als ´geheime Mission´, oder ´Sternenreise´. Viel wichtiger aber ist, dass Sie, lieber Paul sich selber von dem Plan begeistert zeigen! Dann werden Sie staunen, wie schnell Ihr Sohnemann seine Freizeit-Prioritäten in Richtung Luft, Licht, Sonne und Sternenhimmel verschiebt!“

Diese wundersam-plötzliche Veränderung wäre nicht im Mindesten überraschend, weil dieses Verhalten zutiefst genetisch in uns angelegt ist.

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Naturverbunden?

Ursprünglich ist unsere Spezies nämlich gar nicht dafür konzipiert gewesen, ein Leben lang zwischen perfekt verputzten Wänden mit allerlei Bildschirmbehang zu verbringen, sondern eher dazu, in einem Umfeld zu leben, das wir heute gnädig „unberührte Natur“ nennen. Unter all dem ziemlich überfordernden High-Tech-Einfluss von heute scheint diese Veranlagung allerdings mit der Zeit ein wenig zu verblassen.  … oder sagen wir besser: sie wird augenscheinlich „überlagert“.

 

„Was spricht also dagegen?“, frage ich unseren noch-Indoor-Vater, “mit Ihrem Sohnemann probeweise auf ´Hardcore-Abenteuer-Fahrt´ zu gehen? Warum testen Sie nicht einfach mal, ob der Kleine überhaupt noch jene großartige, tiefe Erfüllung für Geist, Körper und Seele inmitten in der Natur empfinden kann, für die jedes Kind buchstäblich wie geschaffen ist?“

 

Einfacher gesagt: „Regelmäßig raus mit dem Bengel in´s Gemüse! Suchen Sie dann eventuell möglichst zeitnah nach zusätzlichen Angeboten, wie zum Beispiel bei den Pfadfindern oder den Kinderfreunden, wo gleich mehrere Wochen im Jahr „zurück zur Natur“ angesagt ist. Sternenreisen und allerlei Missionen inklusive …

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Angebot vom Feinsten

Gerade unser großartiges Burgenland, liebe Kultur&Bildung-Fans bietet so viel Wald und Flur vom Feinsten, dass deren Erkundung, als Alternative zu jedem sonstigen „modernen“ Freizeitverhalten ja geradezu herg´richt ist!

 

Also, los Leute! Ausrüstung besorgen, karge, aber g´schmackige Kaltverpflegung einpacken, mindestens eine Outdoor-Nacht einplanen und die alles entscheidende Frage stellen: „Wo, mein Schatz, ist dir unsere gemeinsame Äktschn lieber? Drinnen oder draußen?“ Achten Sie jetzt genau auf das Minenspiel Ihres Kindes!

 

Sie werden es mögen!

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Topp-Tipps vom KiddyCoach

Sie sind mit einem bestimmten Freizeitverhalten Ihres Kindes nicht einverstanden? Überprüfen Sie zu allererst Ihre eigenen Verhaltenmuster.

 

Daraus ergibt sich auch Positives! Seien Sie versichert: Solange Ihre Beziehung intakt ist, wird sich Ihr Kind für jede Beschäftigung begeistern, für die Sie selbst Begeisterung zeigen.

 

„Bekämpfen“ Sie nicht ständig das Fehlverhalten, sondern zeigen Sie sich lieber ehrlich erfreut, wenn es einmal nicht passiert: „Schön, dass du heute so viel draußen warst!“

 

Wenn Sie dennoch „einschreiten“ möchten, formulieren Sie doch probeweise auch Ihre Forderung positiv: „Ich freue mich, wenn du wieder für uns da bist!“; „Ich bin sicher, dass du das Tablet gleich ausschaltest!“

 

Verpacken Sie gemeinsame Aktionen in spannende Namen, wie: „Geheimmission Dschungel“; „Survival-Challenge“; „Schnick-Schnack-Abenteuer“.

 

Lassen Sie bitte auch mal Ihr Kind alternative Low-Cost-Freizeit-Vorschläge ausarbeiten.

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