Erstlingsmutter vs 4-fach Mum – unser Krippenstart

Mehrfachmuddi vs Einkindmuddi.

Krippe 2.0

Nach dem Reinfall letztes Jahr haben wir die Krippe dieses Jahr noch mal gestartet. Ich hab echt wieder mit dem schlimmsten gerechnet. Mit Tränen, Herzschmerz, Trotzanfällen und erneutem Abbruch nach 3 Wochen. #mimimi

Da er ja schon Kind 4 im Kiga ist, kenn ich die Abläufe schon recht gut #klugscheißer… ich weiß was ansteht, kenne die Erzieherinnen, weiß wie es läuft, was man braucht und was nicht. Von daher war es nichts neues für mich und ich konnte recht entspannt (bis auf den persönlichen Herzschmerz) die Krippe mit ihm starten.

Was ich allerdings vergaß: es gibt neue Mütter.

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SM Krummenadel Theo mit unserem Stoff BLA über stoffschmiede

Erstlingsmütter.

In.Der.Krippe.

Krippe ist ja noch einen Zacken kleiner als Kindergarten. #allesbabys Die meisten Kinder können sich  noch nicht so artikulieren wie im Kiga, daher wird natürlich mehr geweint, missverstanden und die Nerven liegen einfach blank. Bei allen.

Desweiteren mag ich keine Mutti – Treffen. Nicht weil ich die Muttis nicht mag, aber viele leben doch auf einem anderen Stern als ich. Ich, die mit den pinken Haaren, Piercings, 4 Kindern und ohne Auto und dann hab ich noch nen Job der „bloggen“ heißt.  #dasistdochkeinjob #schubladendenken

Ich bin keine von den Muttis, die, nachdem sie die Kids in die Krippe gebracht haben, noch 3 Stunden mit anderen Muttis Kaffee trinken und sich über die Erzieherinnen aufregen, den Stand ihrer Kinder austauschen, über die neuen herziehen oder sich stundenlang über einen Basar oder die Vor und Nachteile des Kindersports unterhalten können. Auch möchte ich keine Rezepte austauschen oder Kuchen für ein reines Mutti Treffen backen (nicht zu verwechseln mit Kiga Feiern).

Das Problem liegt da aber bei mir, und nicht an ihnen #zeigefingerhoch. Ich kenn das alles schon.

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Personaliesierte Flasche über Schnullireich

Mir ist diese Zeit mittlerweile zu kostbar, denn ich muss nach spätestens einer Stunde wieder zu hause sein um das Chaos meiner 5 wegzuschaufeln. Denn bei uns sieht es jeden Tag so aus, wie bei anderen nach einer Woche (siehe: ich kündige KLICK) . Immer.

Auch habe ich etwas Druck, denn, auch wenn ich von zuhause aus arbeite, ist meine Zeit begrenzt, denn ich will ja nachmittags für meine Kids Zeit haben #klapptauchnichtimmer aber der Gedanke zählt.

Wie dem auch sei, ich versuche mich da nicht zu sehr einzubringen. Gewollt. #böseböse. Auch der Erfahrung wegen. (Gibt eh irgendwann Streß). Wenn Kuchen auf dem Basar gewünscht ist, dann bitte Bescheid sagen, dann mach ich das, aber ich möchte nicht einmal wöchentlich schon monatelang vorher 4 Stunden deswegen mit Ihnen zusammen sitzen. #neinneinnein

Dh. für mich: Hin und weg.

Dennoch (!) habe ich eine Mutti kennen und „lieben“ gelernt, die ähnliche Ansichten wie ich hat. Sie ist Erstlingsmutti einer 2 Jährigen Prinzessin.

Wir „sind“ uns so verdammt gleich, dass ich sie einfach mögen muss. Sie erinnert mich so sehr an mich – an damals, als ich nur meine Große hatte. Und ich muss jedesmal lachen, wenn wir zusammen sind, denn JETZT verstehe ich, was man damals meinte, wenn man sagte „verwöhn sie nicht so“, „lass sie doch mal“, „das wirst du noch bereuen!“

Runde 1

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Schnuller mit Namen über Schnullireich

In der Krippe, als Erstlingsmutter, hat man es nicht leicht. Man gibt sein Allerheiligstes, das Wichtigste in seinem Leben, wahrscheinlich zum ersten Mal, in die Hände wildfremder Menschen, die es auch noch zu lassen, dass DEIN Kind weint. Unverschämt! Sie lassen es einfach 3,52 min weinen, so wie die anderen 5 kleinen Kinder im Raum, die auch traurig sind, weil ihre Mamas weg sind. Natürlich kümmern sie sich drum, aber in den Augen einer Mutter nicht ausreichend.#nureinemutterkannihrkindrichtiglieben

Und man bekommt gar nicht mit, dass die Kinder nur in den ersten 3 Minuten, nach dem „Tschüß Mama!“ sagen so am Boden zerstört sind. Dass sie von den Erzieherinnen, wovon jede +/-4 Kinder umsorgen muss, alles gibt, damit sie getröstet sind, wird man auch nicht sehen. Auch nicht, dass sie sich stundenlang um die Kinder umsorgen – abwechslungsreich, gefördert und liebevoll.

Mutti sieht: Kind weint beim hinbringen. Kind weint beim abholen. Punkt. Rest wird nicht geglaubt. 😉

Andere Mütter werden auch Eifersüchtig, auch wenn sie es nicht zugeben (wollen). Das eigene Kind sollte die Erzieherin nicht als Ersatzmama sehen, sich doch bitte nicht zu sehr freuen beim hinbringen und keinen Aufstand beim Abholen machen, ‚a la „ich will nicht nach Hause!“. Aber sie nicht mögen geht ja auch nicht. Ein Gefühlschaos entsteht ab Woche 8. Da muss man erst einmal rein wachsen. Als Mutter. (Kind spielt derweil höchst zufrieden).

Manchmal denke ich, so lange Muttis auf Erzieherinnen schimpfen können -es besser wissen als sie, ist ja schließlich IHR Kind- sind Muttis mit ihrem Gewissen (ich hab mein Kind abgegeben) besser gestellt, als zu akzeptieren, dass ihr Kind noch andere Frauen (oder Männer) mag UND OHNE MUTTI KANN.

Mütter die ihre Kinder das erste Mal im Kiga abgeben sind nervliche Fracks. Is so. Kenn ich selber. Man muss nicht nur sein Kind abgeben, sondern auch die Kontrolle, die Aufsichtspflicht und man muss „Vertrauen haben“ lernen. Vertrauen in andere -wildfremde- Menschen. Auch muss man jetzt akzeptieren, ein Stück der Erziehung abzugeben:

Das hart umkämpfte Töpfchentraining vor der Krippe ist völlig umsonst, denn die Erzieherinnen haben keine Zeit dafür. NA TOLL!**

Bei uns wird nur kuschelnd eingeschlafen – das geht in der Krippe aber nicht, schläft aber trotzdem – SUPER!**

Mein Kind ist aber keine Banane. – Hier schon – NA WUNDERBAR!**

** Ironie

Dinge, die man lernen muss, zu akzeptieren. Nicht leicht, manchmal fühlt man sich als Mama extrem unsicher indem was man macht – und bis jetzt gemacht hat, und man wird sich von „wildfremden“ Menschen sagen lassen, was man anders machen könnte, weil sie dein Kind nun auch kennen. Brett vor’m Kopf? Dabei hat man nicht mal auf seine eigene Mutter gehört. Tzäääääää – Frechheit. #washierlos?

Runde 2

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Und ich steh seit 2 Monaten so daneben und denke mir “ haha – OMG – WAR ICH AUCH SOOOOOOOOO?“

Ja -war ich.

Und man verspürt das Bedürfnis den Erstlingsmüttern zu sagen:

Bleibt ruhig, das is halt so. Alles wird gut. Wuuussaaaa. BLA! Deinem Kind geht es hier gut. Ja, doch echt! Unfälle passieren halt auch mal. Nein ein Krankenwagen wird nicht direkt gerufen, wenn es stolpert. Meine essen Bananen auch nur, wenn sie bei den Nachbarn sind, und für’s Töpfchen ist’s eh zu früh. Die Kindergärtnerinnen sind klasse, auch wenn derzeit gestreßt (weil viele neue Kinder, die traurig sind) aber meine Kinder haben es hier immer geliebt.

Du.Bist.Keine.Rabenmutter…. weil du dein Kind für ein paar Stunden ab gibst – im Gegenteil, dein Kind braucht andere Kinder <3

Aber ich verkneife es mir, denn man wird nicht zuhören wollen. Nicht als Erstlingsmutter. Hab ich auch nicht. Ich hab mir mein Wissen angelesen. Das, was ich wollte. Nicht weil man es mir gesagt hat. Dann schaltet man auf Durchzug.

Szenenwechsel

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Aiden als Baby <3

Wir waren den Tag im Zug. Nur mit Aiden (Entspannung pur). Als wir einstiegen, war da ein 2 Monate junges Baby, welches geschrien hat. Haltet mich für bescheuert, aber ich hab gehört, es ist verstopft, nach 4 Kindern hörste das einfach. Die Mama war völlig überfordert, weil ihr Baby im Zug so weint und sie es nicht beruhigt bekommen hat #wassollendieleutedenken. Kurz vor den Tränen und absolut hilflos. Nur weil ihr Baby geweint hat.

Es hat wirklich keinen gestört. Das Baby hatt ja auch keinen Knopf zum ausstellen, dass wussten die anderen anscheinend. #ahaaha

Die Oma hat es dann gerichtet, aber ich hab die ganze Zeit mit mir gekämpft um ihr nicht einen schlauen Rat a’la

„Kennst du den Flieger Griff? Der geht so #zeig –

Denn ICH #aufdieschulterklopf habe 4 Kinder, dein Baby ist verstopft, das hör ich – Bauch massieren, Milch wechseln, Zäpfchen geben, Tragen statt Wagen“

zu geben. Nein, ich habe gekämpft und es für mich behalten (und gewonnen), will doch eh keiner hören. Kein wildfremder Mensch ^^ Und ich weiß, das man beim ersten Kind alles besser weiß.

Letztendlich war das Baby müde und ist weinend und im Kinderwagen schiebend eingeschlafen. #weißtedochnichallesnach4kindern #bäm #soso

Das man relaxt ist, wenn sein Kind im Zug schreit, kommt meist erst mit dem 2. Kind, 1. Halbjahr, 5. Tag. Dann ist das halt so. #miregalwasdieanderendenken Man hat aufgegeben, besser zu sein.

Zugfahrt 2.0

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Auch mit meiner Muttifreundin war es so. Wir sind auch schon zusammen mit dem Zug gefahren. Für die kleine das erste Mal. Sie fand es mega interessant, und wollte alles erkunden (aber auf eine liebe, ruhige, neugierige Art) aber Mutti wollte, das ihre Prinzessin ganz lieb ist und sich benimmt. Ist ja schließlich ihr Kind. Sitz!

Zwischendurch wurde ihr im 5 min Takt was zu essen angeboten, was immer wieder verneint wurde, bis Mutti was essen wollte, das war dann interessant und wurde gewollt #nomnom und auf den Boden fallen lassen. Dieses ist genau 7 mal mit verschiedenen Essensstücken hintereinander passiert. Man hat der kleinen die Schadenfreude angesehen. Trinken? 5x nein, bis die Flasche wieder in der Tasche war. #3zu0fürdieprinzessin Du kennst das. Dann wurde noch Eis versprochen #bestebestechungbeikinder aber nur, wenn sie jetzt mal ruhig sitzen bleibt („Aiden kann es ja auch“). „Ach und übrigens, warum kann Aiden schon so viel reden?“ Die Vergleiche fingen an. Ihrerseits. Ich habe da schon lange keine Lust mehr drauf. Ich habe akzeptiert das jedes Kind wirklich komplett unterschiedlich ist. Kind 4 hat uns auf ganz andere Proben gestellt als die 3 davor.

Währenddessen wurde Prinzessin aus dem Zugfenster viele tolle Dinge gezeigt: „Schau mal ein BLAUUUUUUUUUES Auto!“ – „Ein OPA auf einem WEIIIIIIIßEN Fahrrad“….

Wenn sie nicht gerade wieder hingesetzt, ihr was zu essen oder trinken angeboten, ihr die Welt farbenfroh und sehr, sehr deutlich erklärt oder mit Eis bestochen wurde, hat Mutti ihr ihr Buch unter die Nase gewedelt. Nicht das sie sich langweilt. Auf einer Fahrt von 45 min. Mit 2.

 

Aiden derweil saß gelangweilt, Beine wackelnd auf seinem Sitz und schaute sich mit mir zusammen das ganze Schauspiel zwischen Mutter und Kind an.

Wir hatten kein Buch mit. Nimmt nur Platz weg. Essen hatten wir in der Bento box und eine Flasche Wasser. Wir wurden für die Bento Box sichtlich verurteilt. Übertrieben. So viel verschiedenes Essen in einer überteuerten Brotdose. Muttifreundin ging vor und nach dem Zug zum Bäcker. Kann man ja mal machen, sagt sie (die hälfte des gekauften Kuchens lag auf dem Zugboden).

Innerlich hab ich Tränen gelacht, nicht weil ich mich über sie lustig gemacht habe, nein, weil mir bewusst wurde, dass ich mal ganz genau so war und ich absolut froh bin, dass ich mittlerweile gelernt habe, gelassen zu bleiben.

Ein #istmirdochegal und #wasdudenkstgehtmiramarschvorbei ist da doch sehr hilfreich.

Vor allem wenn man mit 4 Kindern unterwegs ist.^^

 

Mein Fazit: alles ab Kind 2 war einfacher, weil ich als Mutti gelernt habe, cool zu bleiben, wenn es drunter und drüber geht. Ich muss meinen Kindern nicht jede Wunsch schon vor dem Wünschen erfüllen. Meist brauchen sie nur das nötigste und sind damit sehr, sehr zufrieden.

Keep Cool Muddi

Ach und ganz wichtig #amallerwichtigsten : Klappe halten will auch gelernt sein ^^ Manchmal tut mir die Lippe vom draufbeißen echt weh.  😉

 

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Naaaaaaaaaaaaaatürlich ist dieser Text überzogen und beinhaltet Ironie, ’ne Menge Selbstironie sogar. Ich möchte weder Erstlingsmütter noch Mehrfachmamis angreifen. Wer es nicht geschafft hat, zwischen den Zeilen zu lesen, bitte ich mir Bescheid zu sagen, dann erkläre ich noch einmal was ich meinte <3

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2 Gedanken zu „Erstlingsmutter vs 4-fach Mum – unser Krippenstart

  1. Wirklich gut beschrieben – ich wünschte so manche Mutter so denken und entspannt sein, man kann ja doch nicht viel machen. Wozu stressen, es kommt wie`s kommt. Bin jetzt dann dreifach Mami und von Kind zu Kind werd ich gelassener…mal sehen wie es mit vier wird 🙂

  2. Cool geschrieben! Was war ich bei Nummer eins gestresst! Dagegen bin ich mit inzwischen 5en völlig tiefenentspannt!
    Liebste Grüße aus dem Chaos!

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