Gesundheit

Migräne du Arsch – Initiative Schmerzlos

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„Mama, mein Kopf tut weh!“

Diesen Satz hörte ich von meiner großen – heute 13 Jahre – schon von klein auf, weshalb ich für die Initiative Schmerzlos einen Beitrag verfassen darf.

Von Anfang an

Seit sie sprechen kann klagte sie über Kopfweh, mal mehr, mal weniger. Sie litt teils stark, teils unbemerkt. Immer wieder und urplötzlich kamen sie mit einem mal und dann ging an manchen Tagen gar nichts mehr. Sie schlief dann meist, konnte weder Licht noch Lautstärke verarbeiten und manches mal hat sie sich sogar übergeben, weshalb wir oft dachten, sie hätte vielleicht eine Gehirnerschütterung (und waren natürlich beim Arzt).

 

Wir waren sowieso oft beim Kinderarzt, wegen den Kopfschmerzen, ließen sie auf Allergien testen, schrieben Nahrungsmittel auf, um eine Unverträglichkeit auszuschließen, haben einen komplett geregelten Tagesablauf gehabt und trotzdem kamen sie immer und immer wieder. Mal jede Woche, mal mit 3 Monaten Pause. Unberechenbar.

Als sie 3 jahre alt war, waren wir sogar im Krankenhaus, um einen Gehirntumor auszuschließen weil diese Krankheit bei uns in der Familie liegt. Aber auch hier wurde ZUM GLÜCK nichts gefunden.

Letztendlich blieb uns nur noch die eine (Ausschluß) Diagnose:

 Migräne.

Eine der lästigsten Krankheiten, die man haben kann.

Ich kannte es von mir und anderen Familienmitgliedern. Manche hatten es mehr, manche hatten es weniger, aber alle hatten es plötzlich. Ohne Vorwarnung. Egal was sie taten… oder auch nicht. Ich bin zum Glück nicht von der heftigen Sorte betroffen, aber auch mich macht es an den Tagen fertig.

Wir befolgten viele Ratschläge wie; kaum noch Fernsehen, genug und pünktlich schlafen, wir waren viel draussen, haben uns super gesund ernährt. Und trotzdem. Es kam immer wieder.

Sie hatte dann gelernt damit  zu leben, hat gelernt auf ihren Körper zu achten; auf die kleinsten Anzeichen wie Augendruck oder Trockenheit, Müdigkeit (obwohl genug geschlafen), und Lärmempfindlichkeit. Sobald sie auch nur leichte Kopfschmerzen hatte, musste sie sofort ein Schmerzmittel nehmen, denn eines wissen wir mittlerweile: Wenn sie zu lange damit gewartet hat, gibt es nur noch eine Möglichkeit: aussitzen bzw. schlafen bis es vorbei ist.

Pause

Sie hatte dann großes Glück, dass sie eine lange Migränepause hatte, aber pünktlich zur „vor“Pubertät fing es wieder an. Heftiger. Anders. Noch unberechenbarer. Sie setzt sie regelrecht Schach Matt.

Mittlerweile weiß ich, dass immer, wenn sie zuviel um die Ohren (wie Arbeiten, Projekte, Hausaufgaben, Feierliche Anlässe, Urlaub, usw…. Termine – ob im positiven oder negativen Sinne) hat, sie eine Migräne bekommen könnte.

 

Kampf gegen die Zeit

Leider klappt es nicht, dass sie sofort Schmerzmittel nehmen kann, wenn sie in der Schule ist, kaum ein Lehrer würde sie wegen leichten Kopfschmerzen nach Hause lassen, verständlich. Allerdings ist es dann ein Rennen gegen die Zeit. Schon einmal mußte ich sie von der Schule abholen, weil sogar ihr kompletter Kreislauf abgestürzt ist – mit allem was dazu gehört. An diesem Tag schrieb sie mir schon morgens im Bus, dass es ihr komisch ginge. Zu den bekannten Symptomen kam jetzt also noch Schwindel und Übelkeit sowie Kreislaufschwierigkeiten dazu. Am nächsten Tag war wieder alles in Ordnung.

Solche Migräneattacken hatten wir nun schon 4 mal.

Natürlich waren wir auch hier wieder beim Arzt und haben sie durchchecken lassen, mit dem Ergebnis, dass sie kerngesund ist, nicht mal ein Mangel an irgendwas.

Allerdings legte man uns nahe, dass durch das Wachstum und die hormonelle Umstellung ihr Körper nun auch anders reagiert, alles wird neu geordnet – uff.

Sie muss nun die Symptome neu kennen und deuten lernen.

Eines ist ganz sicher: Migräne ist ein Arsch, denn nun, pünktlich zum 9. Geburtstag ihrer Schwester hat er sie auch heimgesucht. Allerdings direkt 3 Tage am Stück in der heftigsten Form, so schlimm, dass wir im Krankenhaus waren. Eine ganz neue Version der Migräne, mit der wir alle lernen müssen umzugehen.

 

Kopfschmerzen sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen, neben „ersichtlichen“ Erkrankungen gibt es auch die versteckte Migräne, die die Betroffenen heftigst leiden lassen können.

 

Wenn du mehr Information brauchst, kannst du dich gerne bei der Initiative Schmerzlos mehr informieren.




Ein Gedanke zu „Migräne du Arsch – Initiative Schmerzlos

  1. Ich bin auch so ein Typ, zu viel Stress,sorgen oder ein schneller WetterUmschwung und ich hab die „Freundin“ wieder im Kopf. Aber sobald ich das merke,trinke ich einen doppelten Espresso mit reichlich frischem Zitronensaft drin,das dämmt oft das schlimmste ein.

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