Schutzengelreihe – Und dann war sie weg.

Glaubt ihr an Schutzengel? Ich mein jetzt nicht diese Kitsch-Figuren, die man sich in die Vitrine stellt, damit sie verstauben.
Ich meine diese Momente, wo alles hätte schief gehen können, aber ihr hattet einfach nur unglaubliches Glück…
Ein Bauchgefühl.
Eine Vorahnung.
Einen Mutter(/Vater-)instinkt.
Nennt es, wie ihr wollt.
Es gibt sie.
Ich hatte diese Schutzengelmomente jetzt schon öfter. Mit „ich“ mein ich – meine Kinder.
Fangen wir bei unserem ersten … „Erlebnis“ an (weitere Artikel folgen)

Sommer 2006. Ich war mit meiner Großen und ein paar Freunden auf dem Spielplatz bei uns im Park.
Ein toller Spielplatz. Umgeben von einer riesigen Rasenfläche und kleinen runden Springbrunnen, die in die Erde gingen.
Wir saßen da also im Sommer und haben mit unseren Kindern, die damals ungefähr 2 waren, gespielt.
Mit 2 sind die Süßen ja aber gerade in einer Abkapselungphase.
Ein Hauch Trotzkopf.
Ein „Mal schauen, wie weit ich gehen kann“.
Ein „Ich lach dich an, Mama, und mach es trotzdem“.
So auch meine kleine Große.
Sie entfernte sich vom Spielplatz, indem sie noch mal zufrieden winkte.
Ich bin natürlich hinterher und bat sie, wieder mit zu uns zu kommen.
Sie lächelte mich schelmisch an, schüttelte den Kopf, begleitet vom „nööööööööö“ und ging weiter in die andere Richtung.
Ok. „Was du kannst, kann ich auch, Kleines“ dachte ich und wollte wieder zu unseren Leuten gehen.
Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass sie, wie noch vor ganz kurzer Zeit noch, ohne mich nie allein weg gehen würde.

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Ihr kennt diese „Ich kann nicht mal alleine auf‘s Klo gehen“-Phasen?!
Diese ständige Am-Rockzipfel-Hängen?
Diese „Mama, Mama, Mama, Mama!, Mama, Mamaaaaaaaaa, Mama?, Maaaaaaaamaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!…“-Dauerschleife?
Genießt sie.
Und passt auf, wann sie endet.
Meine kleine Große ging nämlich weiter. Richtung „weg von Mama, ich bin schon soooooo groß.“
Und ich? Ich drehte auf dem Absatz um, um hinter ihr herzugehen. Zu laufen. Nein, ich rannte. Da war nämlich diese mega Hauptstraße, knappe 20 m von ihr entfernt. Von ihr und dem Brunnen.
Was tat sie?
Sie rannte auch.
Vor mir weg.
Lachend.
Ein Spiel.
Was fast in einen Drama endete.
Denn … sie lief nicht zur Straße, nein sie bog ab und ging zu dem Springbrunnen.
Machte einen Schritt
und war weg.
Komplett weg.
Nichts war zu sehen.
Ich war wie gelähmt.
Dieser Brunnen sah von außen so aus, als ob er keine 50 cm tief ist.
Wie konnte das sein?!
Ich war 5m von ihr entfernt. Keiner tat etwas. Der Park war voller Menschen. Neben ihr. Neben dem Brunnen.
Ich rannte um mein – um ihr – Leben und sprang hinterher.
Und auch ich war fast komplett weg.
Aber ich konnte sie dort rausholen.
Es waren vllt nur 10 Sekunden, wo all dies geschah, aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor.
Meine Beine waren Wackelpudding, mein Kind unter Schock. Wir zitterten beide am ganzen Körper.
Wir hatten einen Schutzengel. Der mich früh genug warnte: nicht weiter gehen. Der mir riet, mich umzudrehen und ich noch nah genug war, um sie da raus zu holen.
Nein, seitdem riskiere ich das nicht mehr. Dieses Machtspielchen verliere ich mittlerweile sehr gerne.

Danke

 

 

 

Danke auch an Linis für diese wunderbar passende Grafik <3




0 Gedanken zu „Schutzengelreihe – Und dann war sie weg.

  1. Ich glaube auch an Schutzengel ,irgendwo da draußen hat jeder seinen eigenen. <3

    Wir hatten auch schon solche Momente wo man denk, jetzt haben wir aber einen Schutzengel gehabt <3

    Mit Kindern erlebt man viel und es soviel passieren.
    Da dürfen wir dankbar sein es es sie gibt <3

  2. Ja, du hast Recht! Es gibt sie -diese Momente! Ich nenne es “ auf die Stimme hören“! Wie in besagtem Song von EFF. Meine aktuelle Kolumne hat auch diese Thema. “ Hör auf die Stimme “ ist der Titel. LG Mia (www.mia-bruckmann.de)

  3. Oh Gott mir kommen die Tränen. Welch ein Glück ihr gehabt habt! Wir hatten die Situation mit der Straße auch. Wenn ich mich wegdrehe und weiter gehe kam mein Sohn bisher immer hinterher nur einmal nicht. Und rannte vor mir weg zur Straße. 50 cm vor der Straße hab ich ihn eingeholt. Ich hab noch nie so geheult und seit dem darf er sich in Straßennähe nicht so weit entfernen. Die können nämlich ganz schön schnell sein, die Kleinen.

  4. Auweija. Ich sehe das vor mir. So gruselig. Ich hatte meiner besten Freundin mal eine Karte geschrieben, mit einem Schutzengel drauf. Einfach so, ohne Grund. Sie holte sie aus dem Briefkasten und warf sie in ihren Korb, weil sie einen wichtigen Termin hatte. Auf der Heimfahrt hatte sie einen Unfall. Schlimm. Sie war bewusslos als die Rettungskräfte eintrafen. In ihrem Schoß lag meine Karte. … das ist schon zehn Jahre her, noch immer steht diese Karte auf ihrem Kamin.

    Ich glaube an Schutzengel, es wacht jemand über uns, dem wir wichtig sind und der sagt, stopp, die Zeit ist noch nicht gekommen.

  5. Ich glaube auch daran, allerdings war ich da noch keine Mama.

    Es war ein grauer ekliger November und ich total k.o.
    Eigentlich wollte ich vom Einkaufen nur noch Heim in Badewanne und dann schlafen gehen. Als ich an einer roten Ampel anhalten musste, sah ich einne Jungen von ca.2-3 Jahren, der bei Oma an der Hand lief. Der war so süß, dass ich ihn weiter beobachtete. Ich bekam grün und fuhr zügig an und in genau dem Moment reißt sich der Junge los und läuft mir direkt vors Auto.
    Ich konnte zum Glück rechtzeitig bremsen und es war nichts geschehen, aber ich war wieder hellwach.

    Der Junge hatte auf der anderen Straßeseite seine Mama entdeckt und wollte zu ihr laufen.
    Oma und Mama war auch der Schreck in die Knochen gefahren.

    Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich den Jungen nicht beobachtet hätte, ich will es mir gar nicht ausmalen.

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