„Verschissene Vorweihnachtszeit, dank Schulen“ – ähm, bitte WAS?




Ich bin ja nun wirklich eine der Ersten, die sich gerne mal aufregen. Ich kann mich, in manche Sachen, so richtig rein steigern. Also so richtig. Mit wild rumfuchteln und nachäffen, auch halte ich dann einen 3 Stunden Vortrag, der irgendwann in einer Comedy Show endet, weil es mir selber zu blöde wird. Ich führe dann auch Selbstgespräche, was heißt, ich stelle meine Gegenüber fragen, die ich dann -im selben Atemzug- selber beantworte.

Wenn’s so richtig abgeht, dann versau ich mir sogar die Nächte, indem ich, gedanklich, demjenigen eine Standpauke halte, während ich eigentlich schlafen müsste, statt es am nächsten Tag „in echt“ zu machen. Dann hab ich mich natürlich schon so abgeregt (und bin müde), dass ich mir meist nur noch „Scheiß drauf“ denke.

Ein Beitrag ging mir die letzten Tage aber nicht aus dem Kopf. Ein Beitrag, der viele zum Lachen gebracht hat. Ich wiederum, wartete auf ein müdes lächeln von mir. #ichhabsbeobachtetdakamnichtmaleinzuckenimmundwickel.

Es geht um den Beitrag Vorsicht freilaufende Mütter von testundliebe. Bitte einmal lesen, ich warte hier solange.

Irgendwie fand ich ihn zu hart, obwohl ich weißgott, die letzte bin, die „Yuhu“ schreit, wenn mir meine Kinder wieder mal einen Zettel in die Hand schieben, wo drauf steht, „wir wollen das machen…“, „und das… „, „und am besten direkt ihre Kontovollmacht“,,, „…und Zeitkontigent haben“. Ich gehe mit leichtem Widerwillen zu Schulveranstaltungen und Auftritten (auch mir ist das zu voll) und auch Basteln mit Kindern finde ich alles andere als entspannend. Backen ebenso. Ich bekomme einen regelrechten Würgreize, wenn ich nur daran denken muss, die -voller Poppel und vollgesabberten – Kekse der Kindergarten Kinder zu essen (ich hab es beobachtet).

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Auch wüßte ich eine trillionfünfundsiebzigtausend schönere Aktivitäten, als wiedermal im Kiga oder der Schule aus zuhelfen.

Als ich einmal ein Foto bei Facebook teilte, von einem Sponsoren Lauf der Schulkinder, auf der wir, NATÜRLICH, spenden sollten, vielmehr mussten, habe ich drunter geschrieben:

„Wie ich Schulveranstaltungen liebe #nicht #würgkotzbrech“ (-> keine Schule & Namen genannt)

Dieses sah eine … nennen wir es kindgerecht: Petze. Diese steckte es unserer Direktorin, von der ich -schwupps- am nächsten Tag einen wirklich sehr ausführlichen Brief hatte, indem stand, dass dieses Vergehen in der Akte meiner Tochter vermerkt werden wird, ich mit einer Anzeige wegen Rufmord und Verleumdung, auch von den Eltern, der Kindern (die trotz einer öffentlichen Veranstaltung verpixelt wurden, heißt nicht erkennbar) rechnen muss. Auch, dass sich die Lehrerschaft sehr viel Mühe gibt und sie es sehr trifft, dass ich mich so negativ äußere. Ich dachte mir ungefähr F%/# Y%& !!! und antwortete ihr weitestgehend vernünftig.

Trotzdem, muss ich sagen, hatte sie – in gewisserweise – Recht #jaichkannFehlereingestehen

Ich gehe also auf Schul.- und Kindergartenveranstaltungen. Nicht hüpfend und springend, aber ich gehe.

Garantiert nicht, weil ich Spaß daran habe. Schon gar nicht, weil ich eine Übermutter bin. Und noch weniger, weil es verlangt wird.

Ich mach es meinen Kindern zuliebe.

Weil ich weiß, meine Kinder lieben solche Sachen.

Neben 92 standard Einladungen, 4’rer Kinder zum Vorweihnachtlichen Basteln, Backen und dazugehörigen Vorführungen, der jeweiligen Einrichtungen, haben wir das große Glück, auch noch eine Tochter zu haben, die im Chor, Theater, bei der Feuerwehr uuuuuuuuuuuund beim Flöten ist. Das heißt, gerade in der Weihnachtszeit: zusätzliche Auftritte.

Ich habe mittlerweile ein statisches lächeln, wenn ich täglich 5 Zettel der Kinder bekomme (endlich weiß ich, wofür am Jahresanfang 5€ Kopiergeld eingesammelt wurden). Augen rollen tu ich erst,  wenn sie den Raum verlassen. Ich bin sogar manchmal so mutig und sage ab, weil es zeitlich einfach nicht klappt. Verachtende Blicke ignoriere ich dann.

Da ich aber auch schon Elternvertreter , in mehreren Kindergärten, war, kenne ich aber auch die Gegenseite. Ich weiß, dass wohl mittlerweile nur noch 80% der Eltern zu Elternabenden gehen. Das man Eltern, mindestens 5 mal, auf den Betrag ansprechen muss, der schon letzte Woche eingesammelt werden sollte (ich gehöre übrigens zu denn Schusseln) und auch weiß ich, dass viele Eltern, ohne die KOMM-PFLICHT (die viele Schulen schon eingeführt haben) erst gar nicht erscheinen würden. Das ist Schade, vor allem für die Kinder. Die sich auf ihre Eltern verlassen. Die traurig mit ansehen müssen, dass es Eltern gibt, die kommen (und ich rede nicht von den Eltern, die Chef’s haben, die ihnen nicht freigeben). Ich meine Eltern, die zuhause sind. So wie mich.

Ja, es gibt sehr viele Termine im Dezember, wer weiß das besser, als ne Mum vonn 4 Kindern?! 😉  Nicht nur die kindlichen, pädagogischen, Pflicht Termine. Nein, man sitzt auch 20 von 31 Tagen beim Arzt. Ausserdem muss man schauen, dass man von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier switchen kann. Und dann gibt s noch den Alltäglichen Streß die Weihnachtsvorbereitungen, die auch erledigt werden müssen. So Geschenke kaufen und so.  Einpacken. Vor allem einpacken.

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So.

Ganz ehrlich? Zeig mir die Eltern, die im Dezember, so von sich aus, von ganz allein, mit ihren Kindern ins Weihnachtstheater gehen. Die jedes Wochenende basteln und Backen (nach den Weihnachtsmarktbesuchen natürlich), nicht weil man es „muss“ a’la die perfekte Mutter – oder für Instagram – sondern, weil man sich für die Kinder die Zeit nimmt. Lüg‘ mich nicht an, ich weiß, wie schwer es ist, die Kinder „einfach machen zu lassen“, ohne die Küche, nach dem Backen, komplett renovieren zu müssen. ^^

Fröhlich Weihnachtslieder dabei trällern, während sich meine 4 eigenen Kinder liebevoll helfen? Haha – guter Witz. Die absolute Harmonie haben wir auch in der Weihnachtszeit nicht. Nein – eigentlich überhaupt nicht. Da bin ich doch sehr froh, wenn mir ein großer Teil, der weihnachtlichen Vorfreude, von der Schule und dem Kiga abgenommen wird. Ich habe weniger Arbeit, kann gehen, wenn gar nichts mehr funktioniert oder aber weiß bei den Aktionen wenigstens, wann das ganze ein Ende hat. Ich sehe Eltern, die genauso freudvoll mithelfen, wie ich und ich freue mich einfach nur, dass mein Kind daran Freude hat.

Allein deshalb geh ich zu den Veranstaltungen. Denn, auch wenn ich es nicht geplant und organisiert habe, und dort auch noch 15 andere Kinder, die ich nicht geboren habe, rumhüpfen und meine Hilfe verlangen, dann – verdammt noch mal – tu ich wenigstens so, als ob es nichts schöneres auf dieser -sowieso schon schrecklichen – Welt gibt.

Denn, vergiss nicht, die Weihnachtszeit war auch für uns eine ganz magische Zeit, wo wir es geliebt haben, in der Schule zu basteln, wir sind geplatzt vor Stolz, wenn wir in der Kirche, an Heiligabend, gesungen und uns so viele Leute  zu gesehen haben, wir haben den ganzen Tag Weihnachtslieder gehört und gesungen und uns tierisch auf den ersten Schnee gefreut. Das kribbeln im Bauch, wenn die Türchen immer weniger wurden und der Weihnachtsmann bald kommt. Das ist Weihnachten.

Was wir alle nicht gebrauchen konnten, waren Eltern, die am rummaulen waren, weil unsere Lieblingsklassenlehrerin für uns eine schöne Weihnachtsfeier organisiert hat, und man „keinen Bock auf den Scheiß hat“. Auch brauchte man keine Eltern, die direkt sagen, sie kommen nicht zum helfen oder Auftritt anschauen, weil es ihnen zu voll ist.

Sowas macht traurig.

Unser Weihnachten
Unser Weihnachten

ABER, ich verstehe auch Caren, alias testundliebe, denn der Fehler liegt weder an Eltern (auch nicht Helikoptereltern) oder Kinder. Nein, dass ist die, jedes Jahr auf’s neue, falsche Organisation der Schulen (und Kindergärten).

Darum mein Vorschlag: Sammelt doch einfach Anfang November schon mal 30€ für den Dezember ein. Oder aber, schaut mal nach tollen Spenden Seiten wie Neue Masche (durch den Verkauf von Socken, zum Bsp, wird direkt gespendet) oder Schuhmission  oder auch Shuuz  (wo Schuhe gegen Bares getauscht wird). Das ist einfach, so macht spenden Spaß und Socken braucht man immer. #UnddasistkeineWerbung

 

Denn, wenn gar nichts mehr in Schulen gemacht wird, ist das auch nicht richtig, oder?

 

Ich wünsche euch eine tolle Vorweihnachtszeit, auch wenn sich die Termine häufen, denn, schaut einfach mal in die Augen eurer Kinder und ihr werdet sehen, der Streß lohnt sich – und wenn es nur für sie ist.

Letztendlich ist es, wiedermal, nur eine Einstellungssache <3

 

 

 

 

 

 

PS: Wir haben übrigens noch mitte November einen Brief bekommen, bis mitte Dezember 250€ für eine Klassenfahrt zu leisten. Nur mal so am Rande 😉

Allerdings entfallen hier (7.KLasse)  jegliche Arten von weihnachtlichem Zusammensein. Also, an alle die sooooooo genervt sind, spätestens in der 7. Klasse, wollen eure Kinder nichts mehr mit euch zusammen machen, denn dann seid ihr nämlich peinlich 😉 #jadaistauchironiedrinversteckt #undeinfunkenwahrheit

 

Fröhliche Weihnachten 😉

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Ein Gedanke zu „„Verschissene Vorweihnachtszeit, dank Schulen“ – ähm, bitte WAS?

  1. Hallo,
    ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, aber ich bin eine derjenigen, die auf all die Veranstaltungen keine Lust hat,aber wie du natürlich trotzdem gehe – mittlerweile aber mit Unwillen (wobei es nicht nur um Schulveranstaltungen geht, sondern um all die Veranstaltungen vom Reiten, Fußball…).
    Und zwar nicht, weil ich keine Lust habe etwas mit meinen Kindern zu machen (und ich habe 6 davon), sondern aus dem Grund, dass ich lieber etwas mit meinen Kindern/ mit meiner Familie machen würde. So hetzen wir von einer Veranstaltung zur nächsten, haben so gut wie keine Zeit für die Gestaltung der Adventszeit für uns als Familie… Wie ich das hasse! Ich sage oft: „Wir hetzen von einer zur anderen besinnlichen Feier“. Und genau so ist es.
    Und man muss dazu sagen, dass wir natürlich nicht als Familie dorthin gehen können – unser 15-jähriger möchte natürlich nicht mit in der kalten Reithalle stehen, auf zwei Feiern gleichzeitig können wir auch nicht sein. Das heißt wir teilen uns an den Adventswochenenden auf, um all diese Veranstaltungen besuchen zu können. Und wenn wir abends als Familie zurück sind, sind wir dermaßen müde und von all den Eindrücken/ Menschenmengen… erschöpft, angenervt o.ä. … dann hat niemand mehr Lust auf basteln, backen…
    Was sicherlich mit ein oder zwei Kindern noch machbar ist, wird mit mehreren Kindern einfach lästig.
    Als unsere Kinder noch kleiner, und wir ohne all diese Verpflichtungen waren, haben wir im Advent (aber auch sonst) jeden Tag gebastelt, experimentiert, gebacken, gelacht, haben lange Spaziergänge gemacht, bei denen wir die Weihnachtsbeleuchtung genossen haben und vieles mehr. Ich versuche es immer noch irgendwie einzubauen, aber immer mit der Zeit im Nacken, da wir noch zu einer Veranstaltung müssen und mit viel weniger Freude als früher. Zumal auch bedacht werden muss, dass im Dezember noch für viele Arbeiten/ Klausuren gelernt werden muss.
    Ich würde meine und unsere Adventszeit gerne einmal wieder alleine gestalten. Würde gerne wieder Sachen machen, die ich machen möchte, nicht, die ich machen muss. Und dazu gehören durchaus auch Gemeinschaftsveranstaltungen, aber von mir/ uns selbst ausgewählt.
    Am 24.12. mache ich z.B. in der Bücherei immer eine „Wir warten aufs Christkind“ – Aktion. Die Eltern können uns ihre Kinder bringen, haben dann noch Zeit für ihre Vorbereitungen, und die Kinder einen schönen Vormittag mit Basteln, Schnitzeljagd und vielen Geschichten. Daran nehmen meine kleinen Kinder teil, meine großen helfen bei Schnitzeljagd und Co freiwillig mit. Das ist eine Weihnachtsaktion, die uns am Herzen liegt – andere Eltern entlasten, Kinder haben Spaß und wir auch. Das Ganze ist freiwillig – sprich es muss niemand kommen – aber die Plätze sind eigentlich immer sofort voll:).
    Mir geht es auch gar nicht ums Meckern, aber wir möchten einfach selber entscheiden können, wie wir unsere Zeit verbringen. Und mir fallen einfach so viel schönere Dinge ein als gezwungenermaßen an vorgeschriebenen Weihnachtsfeiern teilzunehmen.
    Ich wünsche euch noch eine schönen Adventszeit:).
    Liebe Grüße
    Tina

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