„Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann?

… niemand, niemand!“

 

Wie oft haben wir alle dieses Spiel damals gespielt?

Die einen sagen jetzt „Das ist rassistisch!“ – Ist es auch. Genauso wie Negerkuss, Zigeunersoße und .. ich komm noch drauf, da gab es noch was.

Die anderen schmunzeln und sagen: „War doch nur ein dummes Kinderspiel!“

Aber war es wirklich nur ein dummes Kinderspiel?

Warum wird es heute – umgeschrieben – nicht mehr gespielt?

 

In sowas wie  „Wer hat Angst vor Menschen?“

 

Wie ich darauf komme? Seit einer Woche ist unsere Presse voll mit Schlagzeilen wie:

„Maskierter Mann will Kinder vor Schulen mit Geld in sein Auto locken“

 

Als Elternteil zieht es dir den Boden unter den Füßen weg. Es ist ein Schlag in den Magen. Eine Entmündigung all unserer Kinder. Ihr Recht auf Freiheit wird ihnen genommen. Ohne, dass jemand es ihnen verbietet.

Normal war gestern.

Adieu Alltag.

 

Ich denke:

„So eine Drecksau. Wieso läuft so ein Schwein hier rum?! Warum macht keiner was dagegen? Der soll mir mal über den Weg laufen!“

Und dann denk ich:

„Oh Gott, die armen Kinder, mein armes Kind. Ich kann mein Kind nicht mehr alleine raus lassen. Was ist, wenn ihr was passiert? Das würd ich mir nie verzeihen!“

Geht sie dann alleine weg, bekomme ich direkt Panik. Sofort. Mindestens ein ungutes Gefühl.

Mutterinstinkt?

Komm klar – sie ist groß.

Ja, aber was ist, wenn?

Ich zieh mir meine Schuhe an und geh hinterher. Sicher ist sicher.

Schließlich läuft gerade so ein gestörter Typ hier rum.

 

Und dann steht da heute:

„2. Opfer hat es sich nur ausgedacht“

Und dann denk ich:

„Wer hat Angst vorm schwarzen Mann! War die böse Hexe bei Hänsel und Gretel ein doch wichtiges Gut in meiner Kindheit? Und warum verdammt noch mal habe ich meine Kinder verweichlicht und ihnen nicht diese Horror-Märchen von den Grimms vorgelesen?“

Die Antwort ist einfach: Sie sind gruselig. Meine Kinder bekommen Angst davon, schlechte Träume, sie fürchten sich. Wer will das schon? Kaum einer liest diese Uralt-Märchen noch. Abgeschwächt vielleicht, aber ansonsten?

Aber diese Antwort ist nur die halbe Wahrheit!

Ich plädiere auf mehr Horror-Märchen in den Kinderzimmern!

Ich will diese Spiele wieder zurück, nein, nicht so diskriminierend, aber ich will sie zurück!

Ich bin völlig angenervt von unserer Gesellschaft, sicher, durch die immer besser vernetzten Medien wird die Panik von uns Eltern viel, viel, VIEL schneller angeheizt als damals vor 25 Jahren … Aber unsere Kinder sind schutzlos. Durch uns Eltern. Weil sie keine Horror-Märchen kennen, wo die liebe Oma die Kinder ins Haus lockt, um sie zu fressen. Weil sie keine Spiele kennen, wo sie „NIEMAND“ schreien, um dann wegzulaufen! Weil unsere Kinder kleine Angsthasen sind. Weil sie alle überbemuttert werden. Um dann in Selbstverteidigungskurse zu gehen, oder die Schule extra Aufklärungsarbeit für Dinge leisten muss, die Kinder wissen müssten!

Ja, ich klage alle an. Auch mich. Denn auch ich habe versagt. Aus Gutmütigkeit. Für den Schutz meiner Kinder. Aus Angst, ihnen Angst zu machen.

Ich habe meine Kinder auch zu Mini-Menschen erzogen, die an das Gute im Menschen glauben sollen. Die keine Angst haben sollen, wenn ein Auto neben ihnen hält. Oder sie im Winter abends 18:00 Uhr im Dunkeln 10 m vom Nachbarskind nach Hause kommen sollen.

Unsere Kinder haben mit mindestens 10 Jahren ein Handy – es kann ja immer was sein.

Aber ich habe auch Angst geschürt, ohne ihnen beizubringen, sich wenigstens gedanklich darüber klar zu werden, was ist wenn?

Denn seien wir ehrlich, ein „Steig bei keinem ins Auto“ hat einen ganz anderen Effekt als die Geschichte von Hänsel und Gretel.

Im Kopf der Kinder, gedanklich. In Alpträumen.

Und weil das so ist, werde ich meine Kinder wieder von der Schule abholen und hinbringen, um Ihnen ihre Freiheit zu nehmen, weil ich mir nicht sicher bin, ob sie dann auch schreiend wegrennen, wenn dann doch etwas ist und das Handy gerade keinen Empfang hat.

Und wie ich heute auch schon bei Insta schrieb… Eine Armlänge wird hier nicht reichen.

 

 




3 Gedanken zu „„Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann?

  1. Natürlich habe ich meinen kindern Märchen vorgelesen, bin ja noch ne andere Generation. Es ist mämlich so, dass ein Kind sich nichts schlimmeres vorstellen kann als das was sein Gehirn sich erspinnt, anders als bei, TV oder auch Bilderbücher.
    Meine 6 jährige Tochter mit Down Syndrom hat Alpträume von Tom und Jerry, nicht vor der bösen Hexe.
    Und warum denken Kinder sich das mit dem Auto aus, weil irgendwelche blöden Mütter das bei fb teilen und ihren Kindern einpflanzen.
    Da wollen sie gefallen und dann wird der weiße LKW der Kinder einsammelt eben erfunden wenn er nicht endlich kommt.
    Im übrigen ist es meist der Opa oder Onkel oder Papa der den Kindern was tut und nicht Fremde, das denkt man nur durch das mediale aufgebausche. Das gab es schon immer und ist nicht mehr geworden, man hört nur davon

    1. Ich geb dir zum Teil recht, allerdings kann ich es nicht sagen ob die Kinder es einschätzen können, also ob die Gefahr da war oder nicht. Von daher würde ich es nicht unterschreiben, ob sich der 2. Fall bei uns wirklich nur ausgedacht wurde. Schlimm war es schon immer, ja. Und wie ich auch schon sagte (und du ja auch), wird es heutzutage durch die immer besser vernetzten Medien und auch Social Medien viel schneller verbreitet und Panik geschürt.
      Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte war ja; „die Gefahr ist allgegenwärtig. Immer. Überall. Bereitet eure Kinder darauf vor, nicht erst dann, wenn es soweit ist.“
      Sehr schön das deine süße die Märchen kennt <3
      Ganz liebe Grüße

  2. Mein 5jähriger kennt die „Hauptmärchen“ auch und bekommt davon keine schlechten Träume. Kinder fassen das irgendwie anders auf, glaube ich.
    Ich denke zB bis heute nicht an einen Afrikaner, wenn vom „schwarzen Mann“ die Rede ist, sondern eher an eine Art bösen Schornsteinfeger. Dass der Spruch auch anders gemeint sein kann, ist mir erst bewusst geworden, als ich Diskussionen darüber gelesen habe.

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