Zeitmanagement oder doch Lichtgeschwindigkeit?! Damals und Heute

Oft werde ich gefragt
„WIE MACHST DU DAS SOOOOOOO SCHNELL?“
Keine Ahnung!
Ich kann nicht ZAUBERN…
HEXEN auch nicht…
HEINZELMÄNNCHEN hab ich leider auch nicht.
ANGESTELLTE kann ich mir nicht leisten.
Auch hab ich schon geschaut ob meine UHREN richtig gehen; … ja tun sie.
Was ich aber machen kann, ist euch einen kleinen Einblick geben.
Spätestens MITTWOCH bin ich nervlich schon so angespannt, dass ich mich im Gedanken schon auf´s Wochenende freue.
Denn nur da kann ich momentan nähen.
Am Wochenende muss Herr Maulwurfn nämlich nicht arbeiten.
Ich brauch mich somit nicht um die Kinder sorgen 😉
Am DONNERSTAG spätesten weiß ich WAS ich nähen möchte.
Oder WORAUS.
Am FREITAG beginnen die Vorbereitungen im KOPF
-Schnittmuster kaufen/drucken/kleben/schneiden
– Stoffe raus suchen (kann ja sein, dass sie doch nicht passen) meist fallen noch viel mehr Stoffe raus als zuerst geplant^^
Von FREITAG auf SAMSTAG träum ich dann schon wie es fertig aussieht (natürlich nicht, aber ich weiß schon wie es sein sollTE )
SAMSTAG – der Tag der Tage-
o   aufstehen,
o   Cappuu trinken,
o   Baby abfertigen (böse Mama) – die großen schlafen oder spielen meist noch/schon.
und dann gaaaaaaaanz schnell hoch in mein Nähreich.
hach
Schnittmuster raus, Stoffe auf den Tisch und LOS
Heute brauchte ich für 10 T-Shirts in Gr 122 insgesamt 4 Std
–        1 Std. zuschneiden
–        1 Std. zusammen nähen
–        2 Std. Bündchen (ich hasse Bündchen 😛 )
Somit war ich recht früh fertig, und konnte dennoch mit meiner Familie zusammen sein.
FRÜHER hab ich anders genäht.
FRÜHER hab ich abends genäht. Und tagsüber. Und überhaupt. Immer
Mein Mann war mit in Elternzeit,
…ich das 1. mal selbstständig.
Ich hab rund um die Uhr genäht.
Zeit hatte ich nie.
Nicht für meine Kinder, nicht für meinen Mann, nicht für den Haushalt.
Ich MUSSTE nähen.
Das hab ich ein halbes Jahr mitgemacht.
Dann hab ich hin geschmissen.
Ich wollte immer von zuhause aus arbeiten.
Für meine Kinder da sein.
Aber auch selber Geld verdienen (ich find das sehr wichtig)
Aber DAS war die falsche Herangehensweise.
Also hab ich es sein lassen.
Außerdem hat es SO auch keinen Spaß gemacht.
Ich wollte keinem mehr beweisen, wie viiiiiiiiiiiiiel ich doch am Tag schaffe.
Und eigentlich sieht es in Wahrheit ganz anders aus…
Spontan durfte keiner kommen (er wäre ja auch nicht rein gekommen)
Ich hab dann meine Selbstständigkeit aufgegeben.
Wir sind zu dem Zeitpunkt auch umgezogen
Ich hab dann erst mal 2 Jahre NUR privat genäht.
PRIVAT im Sinne von: für MEINE KINDER (die FRÜHER auch fast nichts mehr genäht bekamen … aus Zeitmangel…)
Ende letzten Jahres, nachdem ich wieder viele Anfragen bekam … und wir das Geld ja nun halt auch brauchen … beschloss ich, es noch einmal zu versuchen.
ABER anders.
NICHT so intensiv.
Ich nahm mir vor, in der Woche NUR für meine Kinder da zu sein.
Und NUR am Wochenende oder an Freien Tagen meines Mannes zu nähen.
Ich liege lieber abends neben meinem Mann im Bett und schau einen Film, statt allein im Nähzimmer zu sein. Denn dann ist auch ER allein. Welcher Mann will das schon?
Lieber bin ich für meine Kinder nach der Schule & Kiga da, und wir gammeln im Garten rum, als direkt danach wieder arbeiten zu MÜSSEN.
Denn… das ist der Vorteil von SELBSTSTÄNDIG  … ich kann mir mein ZEIT selber einteilen.
Und all diese Gedanken bringen mich dann wahrscheinlich in Lichtgeschwindigkeit durch´s Wochenende.
Natürlich wäre das alles nicht machbar ohne so einen tollen Mann und meine große  super Tochter,  die sich auch sehr gerne mit ihrem kleinsten Bruder beschäftigt.
Ich denke SO fahren wir alle ganz gut.
Und meine Kunden haben da auch zum Glück vollstes Verständnis, wenn ihre Ware nicht SOFORT am nächsten Tag da ist.
Was ich aber auch damit sagen möchte:
Hetz Dich nicht ab.
Näh mit Spaß!
Und wenn du 3 Stunden für ein T-Shirt brauchst, dann ist das halt so.
Es ist handmade.
Mit Liebe, Spaß und Idee sollte ein Teil entstehen, nicht unter Streß.
(Liebe & Idee sammeln sich bei mir ja schon unter der Woche 😉 )
Wir sehen unsere Kinder nur einmal aufwachsen.
Sie sollten Priorität haben.
Bei mir.
Bei Dir.
Nähen ist zwar toll.
Aber nicht alles im Leben.






3 Comments

  1. Wie recht du hast! Und was mir auch aufgefallen ist..gute Maschinen machen auch viel her! Früher hab ich auf einer billigen Singer genäht.dann kam die Erlösung-meine Brother die ein halbes Vermögen gekostet hat.und statt 2std brauchte ich nur noch 1… Bald soll eine ovi bei mir einziehen-dann geht es nochmal viel schneller. Denke das macht auch einiges her 😉

  2. Danke! Genau das ist es ganz oft… man denkt das man ganz viel schaffen müsste. Geht aber leider nicht immer..oder eben nicht immer zwischenfallslos…
    Man muss sich frei machen… manchmal auch von seinen eigenen Vorstellungen.
    Alles Liebe!

  3. Schöner Beitrag! Wie es bei dir früher war beschreibt ganz gut wie es momentan bei mir ist. Nach diesem Beitrag habe ich das Gefühl ich muss etwas änder… vielen Dank dafür!!!

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