Fang bei Null an: Haus entmisten


Alles raus

Vor etwa 2 Jahren bin ich über Kon Mari gestolpert.

Hab mir das Buch gekauft und bis Seite 40 gelesen.

Danach war ich „voll Profi“ und hab Klamotten, Stifte, Badsachen und Spielzeug sortiert.

Und Küche und Keller.

Und noch mal.

Und noch mal.

Dann haben wir unsere Möbel zu 90% ausgetauscht.

 

Bunt und durcheinander war gestern, schlicht, schwarz, weiß und Holz ist eingezogen.

 

Dann wurde umgezogen: es wurde erneut aussortiert.

Und dann wurde eingezogen: es wurde noch mal aussortiert.

 

Nun, nach rund 2 Jahren haben wir wahrscheinlich nur noch 1/3 von unserem Ausgangspunkt.

Von allem.

 

Das was noch geht und gut ist, steht im Keller und wartet darauf, dass ich es nach und nach verkaufe. Aktuell häng ich aber (immer noch und schon wieder) bei Klamotten fest. Denn, dank meiner (neuen) Gewohnheit täglich zu waschen, brauchen wir nicht mehr als 4 Teile je Art. Heißt: da waren schon wieder/immernoch /woher eigentlich soviele Kleidungsstücke im Schrank, die wir gar nicht mehr anzogen, die konnten dann – schon wieder – aussortiert werden.

 

Neues Haus

Richtig wichtig war für mich aber der Punkt „Umzug“.

So hatte ich wirklich alles mehr als einmal in der Hand, ich habe Wochenlang Sachen gepackt.

Nicht wie bei den Umzügen vorher: Schubalde auf, ab in die Kiste – übertrieben gesagt -, nein ich habe mir bewusst die Zeit genommen.

Und nur solange gepackt, wie ich Kraft hatte.

Denn Durchhaltevermögen ist nicht so meins. Das Risiko war zu groß, dass ich irgendwann aufgab und dachte „ja dann später, erst mal kommt’s jetzt mit“.

Seine Sachen gehen zu lassen ist anstrengend, schließlich haben wir dafür gearbeitet, Geld für bezahlt und Erinnerungen hingen auch ab und an dran.

Aber es nützte nichts, ich merkte immer mehr, wie wichtig es mir war weniger zu besitzen.

 

Das Ding mit der Bindung.

 

Ich musste mir immer wieder klar machen, dass ich nicht diese Dinge bin. Wenn ich mal gehe, dann kann ich nichts mitnehmen.

Wenn ich flüchten muss (und wir standen dank Schulverweigerung mal kurz davor) dann fragt man sich schon: was ist denn wirklich wichtig? Und das war nicht der Dekoschriftzug, denn ich gar nicht mehr wahrnahm und der auf der Kommode verstaubte.

 

Das trennen fiel mir, uns immer leichter. Ich sortierte unseres, die Kinder ihres.

 

Beim Umzug hatte ich also alles noch mal vor Augen und in den Händen. Und wir hatten noch mal einen riesigen Haufen Spermüll.

Unseren 3. seit Entdeckung KonMari’s.

 

Trotzdem war es noch viel zu viel.

Das neue Haus war kleiner, wenn auch nicht viel, aber dennoch: ich musste noch mal ran.

 

Aktuell stehen rund 50 Kartons im Keller, die zuviel sind.

50 Kartons, die ich teilweise nicht mal aufgemacht habe.

50 Kartons voller Zeugs, worum ich mich nicht kümmern möchte und kann.

50 Kartons, in denen zum Bsp. Spielzeug ist, welches nicht mal ansatzweise vermisst wird, bis sie es wieder sehen würden.

 

Der Umzug, die leeren Räume, das Auspacken und Platz für diese Sachen finden war das wichtigste im ganzen Prozess „Haus“.

 

Nun wohnen wir relativ einfarbig. Alles hat seinen festen Platz, wir nutzen die Sachen, die wir haben.

Und wenn nicht, kommen sie in den Keller.

 

Warum ist es mir wichtig und was hat’s gebracht?

Ruhe

Zum einen kann ich nun viel besser und klarer denken: je weniger da ist, umso weniger lenkt mich ab. Dazu gehören auch Farben.

Ich fühle, wie erleichternd es ist, wenn alles farblich abgestimmt ist; schwarz, weiß und Holz ist sanft zu uns.

Aufräumen

Das aufräumen geht so viel schneller: eine Stunde täglich, und alles ist fertig: sauber und weggeräumt. Vorher hab ich „gern“ den kompletten Samstag und Sonntag damit verschwendet.

Und es war gefühlt nicht besser, weil: soviele Farben, soviel Zeug – es schien nie aufgeräumt, trotz, dass es das war.

unerledigte Arbeit

der Wäscheberg, das Geschirr, der Staubsauger, der Karton, der Müll, das Spielzeug die Fenster die echt ecklig aussehen, wenn die Sonne reinscheint …. alles liegt rum und sendet mir das Signal: „Hey mach mich mal weg“.

Das streßt und ich kann nicht abschalten, denn auch wenn ich mir sage, „nö morgen“ ist das Bewusstsein trotzdem alarmiert und ich unter Spannung. Ob ich will oder nicht. Ich sehe es als meine Pflicht, weil es mich stört, und als gleichzeitiges Versagen, weil ich keinen Bock habe.

Es nervt.

Das Gehirn ist aber schlau, denn dieser Zustand „Wäscheberg der zusammengelegt werden will“ existiert nur rund 3 Tage, danach „sieht“ man es nicht mehr. Bis Besuch kommt und er urplötzlich wieder auftaucht – wie aus dem nichts.

Also brauchte es weniger Arbeit = weniger Zeugs, um diese lästigen Aufgaben in der täglichen Routine mit einzubauen.

Schön wäre es natürlich, wenn jeder Tag gleich läuft und es auch so funktioniert wie ich es beschreibe. Aber auch bei uns gibts Wochenende und Tage an denen die Kinder zu Hause sind, weil krank. Dann läuft natürlich nichts und ich bin gestreßt weil alles überall rumsteht. Kennste?

Aber! Ich weiß mittlerweile ganz genau warum das so ist. Und ich habe die Wahl. Machen oder nicht.

 

Unser Zuhause ist mittlerweile unsere Ruhe Insel. Und ich finde, dass es nun bei uns besser läuft: denn nun braucht das Hirn weniger mit unnützen Informationen arbeiten; Farben, Zeugs, unerledigte Arbeit. Nun kann es sich auf wichtigere Dinge konzentrieren.

Selbstfindung zum Bsp.