Probenäher, Blogger und die lieben Gesetze / Teil 1 Impressum

Teil 1: Impressum

auch für Probenäher und “private Blogger”?

Die Probenäh Mädels:

Die, die in den Himmel gehoben werden.

Die, die jeder aus der Szene kennt.

Die, mit deren Bilder geworben werden.

Das sind die, die Stoffe, Schnitte und Dateien umsonst bekommen und dafür nur etwas nähen sollen.

Das ist doch das, was “man” sowieso macht: nähen, Fotos machen & öffentlich zeigen.

Ein Hobby, mit Sahnehäubchen – wenn du es geschafft hast.

Eine Facebook Seite, sowie einen Instagram Account hat man ja sowieso.

Schließlich ist das auch eine Voraussetzung für die Aufnahme beim Probenähen.

Mindestens die, die etwas mehr erreichen wollen, haben zusätzlich einen gut geführten Blog.

Da braucht man doch kein Impressum für?!

Du bejahst das? Dann lies unbedingt meine Blogreihe, denn am Ende wirst du sehen, wie falsch und riskant diese Aussage ist.

Und wie teuer es werden kann.

 

Was soll da schon schief gehen?

Als ich vor Jahren noch in der Nähszene vertreten war, hab ich mir kaum Gedanken darüber gemacht.

Da waren neue Schnitte, neue Nähmädels, neue Stoffe soviel wichtiger als die Gesetzeslage.

 

Ab und an hat man mal was von Impressum gelesen, aber “das betraf mich ja nicht, weil ich kein richtiges Gewerbe habe, ich hatte ein Hobby“.

Trotzdem habe ich schon immer recherchiert, wenn ich sowas las und hab es gegebenenfalls angepasst.

Schließlich schützt Unwissenheit nicht vor Strafe.

 

Nun ist es so, dass ich kürzlich mit erschrecken festgestellt habe, dass es noch Nähmädels gibt, die keinerlei Ahnung haben, was die Gesetze angeht.

Daher komm ich noch mal “zurück” und möchte euch etwas aufklären.

Und/oder neuen Bloggern helfen und direkt erklären warum, wieso und weshalb es so ist wie es ist.

 

Bedenke immer, dass ich die Gesetze nicht gemacht habe und ich schon seit Jahren mitlese ob es Möglichkeiten gibt, das ein oder andere legal zu umgehen.

Geh aber bitte immer vom schlimmsten aus. Nur so bist du am besten abgesichert. Mach lieber zu viel, als zu wenig.

Vertraue nicht auf jemanden, der etwas in einer Facebook Gruppe postet oder veraltete Links teilt.

Niemand dieser Personen wird für dich haften!

Ich im übrigen auch nicht.

Daher: recherchiere immer selber noch einmal. Regelmäßig.

 

 


Ich starte jetzt eine kleine Mama Blog Reihe, mit den wichtigsten Dingen auf die du achten musst,

ob du nun Probenäher oder Blogger bist.

Dies ist keine Rechtsberatung, sondern eine Zusammenfassung meines Wissens, untermauert mit weiterführenden Links. Du haftest für dich selber.
Immer.

 

Impressum

Ist Pflicht in Deutschland.

Schon immer.

Nicht erst seit gestern.

Nicht erst ab dem 25.5.2018.

Auch wenn du nur “privat” etwas ins Netz stellst. (Definition “Privat” weiter unten)

 

Du bist Probenäher?

Hast du eine Facebookseite?

Ein öffentliches Instagram Profil?

Einen Blog?

Dann muss da dein Impressum rein.

 

1. Was muss im Impressum stehen?

Deine Privaten Daten.

Ja, du musst unter anderem den Namen angeben, der in deinem Ausweis steht, sowie deine Adresse angeben unter der du Ladungsfähig bist.

Warum? Weil, wenn du zum Bsp. gegen jemanden hetzt musst du greifbar sein.

 

Nein, es gibt keine wirkliche (als “Normalo” umsetzbare) Alternative.

Postfach – kannst du vergessen, das wäre ja zu einfach.

 

Was muss drin stehen?

E-Recht24 hat einen Generator dafür.

Nutz ihn.

 

Statt private Daten – gibt es Alternativen?

Seit Jahren verfolge ich solche Diskussionen…

Du möchtest also auch nicht, dass deine privaten Daten veröffentlicht werden.

Weil du Kinder hast.

Oder einen unangenehmen Ex?

Oder… weil du es einfach nicht willst.

Kann ich verstehen.

 

In Blogs kannst du die Impressum Seite auf Noindex setzten, dann “sieht” Google diese Seite zumindest nicht. Ein kleiner “Schutz”, aber nicht das Wahre.

 

Lösungen:

  • Eine Lösung ist, dir einen Büroraum zu mieten. Da solltest du dann aber schon regelmäßig sein, zwecks Post checken.
  • Ganz erfolgreiche “Personen des öffentlichen Lebens” sind bei Agenturen gemeldet, aber dahin zu kommen ist seeeeeeeeeeeeeeehr beschwerlich.
  • Selbst wenn du unter einem Pseudonym schreibst, muss dein richtiger Name usw im Impressum stehen (falls du eine Vorladung unterschreiben musst).

Außer:

Dein Pseudonym steht als “2.Name” im Ausweis.

Allerdings ist die Voraussetzung für die Eintragung deines Künstlernamens, dass Du unter diesem als Künstler überregional bekannt bist.

Hier bei selfpublisherbible steht es sehr ausführlich.

 

Wie du sieht: es gibt kaum Auswege, außer du bist wirklich PRIVAT unterwegs oder lässt es ganz mit der Bloggerei.

 

Gut, du weißt jetzt was rein muss, und weshalb du es haben musst, jetzt ist die Frage wohin – weil selbst das Abmahnfähig sein kann (ja – es gibt solche Leute, die gezielt darauf achten…)

 

2. Position Impressum

Deine Blogbesucher müssen dein Impressum sofort und ohne große Mühe erreichen können.

Die bewährten (heißt: jeder kennt die) Positionen in Blogs sind zum Bsp:

  • ganz unten
  • ganz oben
  • unter “about” / “Über”

Im besten Falle ist es sichtbar, ohne im Blog zu scrollen.

 

Versteckst du es unter der Seite “Probenähen für XYZ” kann es Ärger geben.

 

Impressum bei Facebook:

FB hat dafür ein eigenes Feld, welches oh wunder “Impressum” (unter “Info”) heißt. Da müssen deine Daten rein.

Alternativ eine Verlinkung zu deinem Blog (zur Impressum Seite).

 

Infos gibt es hier: Händlerbund

 

3. Privat?! – Was es wirklich bedeutet

So jetzt steht aber beim Händlerbund:

Eine Website, die nur zu persönlichen oder familiären Zwecken genutzt wird, benötigt kein Impressum.

Das liest sich so “falsch”, ist aber richtig, vor allem ist es aber verwirrend.

 

! Denn “privat” bist du nur, wenn dein Blog nicht öffentlich sichtbar ist.

Man sich also über ein Passwort einloggen muss.

Oder dein Blog nicht über Suchmaschinen indexiert wird, man  ihn also nicht findet, wenn man danach googelt.

Oder anders: nur die Leute, die den Link von deinem Blog haben, können ihn aufrufen.

 

Du brauchst also schon ein Impressum,

obwohl du “privat” bloggst –

keine Einnahmen erzielst und “nur Probenähst” –

weil dein Blog, deine Facebook Seite und dein Instagram öffentlich sind.

 

 

Im nächsten Teil geht es darum, warum du einen Gewerbeschein haben musst, auch wenn du nur Probenähst. Außerdem gibt es unter Mama Blog noch mehr wissenswertes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.