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Schritt für Schritt – oder: Wie ich den Wäscheberg besiege


Nach meinem Beitrag ich bin der Außenseiter der Randgruppe, den ich gestern veröffentlichte, bekam ich ein paar Nachrichten.

Einige können es total verstehen und fühlen mit, andere haben Ratschläge, wieder andere können damit wahrscheinlich nichts anfangen, auch ok.

“Schritt für Schritt”

war einer dieser Ratschläge. Macht Sinn. So sollte es auch sein, aber so funktionierte es eben nicht. Zumindest gab es in den letzten Wochen (da der Beitrag von gestern natürlich schon eine Zeit lang fertig, aber of, auf dem Blog rumlag), kein Gehanleitung für “Schritt für Schritt”.

Ich war wie gelähmt. Also meine Gedanken – mein Körper kann noch über Tische springen, knarxt zwar, aber gut, bleibt nicht aus.

 

Normalerweise wäge ich ab, so wie man das halt macht, wenn man hochsensibel ist – oder scheinbar einfach nur zu viel Zeit hat.

Ich wäge also das für und wider einer Sache so lange ab, bis ich mir wirklich 100% sicher sein kann, dass das, was ich machen möchte, bzw. werde, ich später nicht bereue – oder aber auch, dass ich es halt voll verantworten kann. Für mich und alle um mich herum.

So ist das in meinem Kopf. Immer was los.

(Gerade was die Dinge im Internet angeht, sollte es schon sehr gut überlegt sein was man wie preisgibt.)

 

Ich muss mich mit der Entscheidung identifizieren müssen, ich muss davon überzeugt sein, es muss sich gut anfühlen, und alle Fragen sind in der Regel schon beantwortet.

Ätzend und teils Zeitaufwändig. Glaub mir.

 

Der Wäscheberg

Nehmen wir zum Bsp. diesen Wäscheberg. Jeder hat ihn, jeder hasst ihn.

Aber jeder braucht was davon.

Seit unserem Umzug steht die Waschmaschine nicht mehr im Erdgeschoß, leicht zugänglich und immer daran erinnernt, dass ich noch waschen muss.

Nein, die steht jetzt still und heimlich im Keller.

Und da bin ich jetzt nicht so oft, weil … Keller.

 

Dazu kommt, dass eines meiner Kinder für die Wäsche zuständig ist (einsammeln und in den Keller bringen) bedeutet allerdings auch: der Berg wächst. Stätig und ständig.

Und wächst.

Uuuuuund wächst.

 

Ohne das ich es sehe. Und was ich nicht sehe, weiß ich nicht. Also wie bei: Aus den Augen, aus dem Sinn.

 

Ich komme also nach einer Woche (früher hab ich nur am Wochenende gewaschen) gerade noch so in den Kellerraum wo die Waschmaschine steht, bevor der Wäscheberg mich Lawinenartig überrollt.

Und denk mir: FU*K! Wann und wie ist DAS passiert?!

Also… lange rede, kurzer Sinn: Viel Wäsche bei 6 Personen, die gewaschen werden will, und ich es offensichtlich nicht auf die Reihe kriege wegen … vergessen und so.

 

Ich hab weiterhin versucht am Wochenende alles wegzuwaschen und bin damit kläglich gescheitert. Statt 5 Maschinen pro Tag hab ich im Höchstfall 2 geschafft.

Habt ihr schon Kinder im Teeny Alter, die ausrasten, wenn sie diese Jeans und DEN Pulli nicht haben? Jahahah, wartet mal ab.

 

Ok, also vorerst eingesehen dass der Berg mich besiegt hat.

Der im Keller und der gewaschene im Wohnzimmer, der zusammengelegt werden wollte.

 

Und dann kam mein Plan:

  1. Ausmisten – ja, schon wieder! Wir haben viel zu viel. Immer noch.
  2. Jeden Morgen, nachdem Aiden im Kiga war, :
  • eine Maschine waschen,
  • zusammenlegen (vom Wäscheständer) weil
  • eine Maschine getrocknet werden muss (auf dem Wäscheständer).

Und das war‘s eigentlich auch schon.

ABER:

  1. Ich benutze keinen Trockner mehr (was mich sehr freut, wegen dem Umweltding, der Kosten usw)
  2. Ich hab keine Wäsche mehr irgendwo rumliegen
  3. Ich kann es nicht vergessen – ja man!
  4. Da es zur Gewohnheit geworden ist, ist es nicht mehr so aufwändig.
  5. Dadurch das wir wieder weniger im Schrank haben, haben wir fast immer unsere Lieblingssachen im Schrank. Vorher wie gesagt teilweise 1-2 Wochen drauf gewartet, denn ich hab ja nicht auch noch am Wochenende zusammengelegt. Wo kämen wir denn da hin?!^^
  6. Ich bin mit diesem Vorgang sehr zufrieden, denn ich hab nicht ständig vor Augen, wie viel Arbeit noch auf mich wartet, es läuft nebenbei.

 

Der Schlüssel

Und das hab ich schon im Beitrag gestern erwähnt, sind Gewohnheiten.

Für den ein oder anderen ist das jetzt nichts neues, aber für so Chaos Kinder wie mich ist es krass^^.

Ich liebe es in den Tag hinein zu leben, aber ich habe dann immer das Gefühl, dass ich nichts schaffe.

Gewohnheiten sind der erste Schritt.

Denn durch Gewohnheiten muss ich nicht über solche Sachen nachdenken und hab wieder Platz und Kapazitäten, für die Dinge, die entschieden werden müssen.

 

Natürlich hab ich noch viel mehr Gewohnheiten, die auch schon länger, aber eher unterbewusst.

Jetzt ist es so, dass ich gezielt jeden Tag eine neue, zu den alten mache.

Meine nächste Gewohnheit wird sein, wieder täglich einen Artikel zu schreiben.

 

So wie jetzt.

 

Außer am Wochenende.

Da will ich feiern und rebellisch in den Tag hinein leben.

 

 

 


Nein, ich trenne keine Wäsche mehr, ausser weiß, dunkel und Handtücher. Aber da kommt am Wochenende immer soviel zusammen, dass sich das in der Woche gut verläuft.

Den Artikel nutz ich auch direkt mal um endlich meinen – nicht mehr vorhandenen- Waschraum zu zeigen.

Da hab ich (Zumindest am Anfang noch) die Wäsche nach dem Trockner trocknen auf der Arbeitsplatte zusammen gelegt.

Später standen dort die vollen – gewaschenen – Wäschekörbe drauf … #räusper

Welche Gewohnheiten habt ihr? Hilft es euch?